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Die Arbeitslosenversicherung in Deutschland – Beitrag zur Bekämpfung oder Ursache von Arbeitslosigkeit
[The unemployment insurance in Germany - does it cause or does it help to overcome unemployment?]

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  • Breiding, Torsten

Abstract

Abstract German (English abstract is added below) Arbeitslosigkeit gilt als eines der schwerwiegendsten gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit. Doch welche Gründe liegen, trotz der über die Jahre eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, für die anhaltende Beschäftigungskrise vor? Und in welchem Umfang hat das deutsche Sozial- und Wohlfahrtssystem zu der anhaltenden Misere beigetragen? Insbesondere der Arbeitslosenversicherung wird vorgeworfen, einer der Hauptverursacher der Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Um Deutschland wettbewerbsfähig zu halten, versuchen die politischen Gruppierungen durch Reformen das Land im globalen Umfeld zu positionieren und so optimale Lebens- wie Investitionsbedingungen zu schaffen. Doch wie effizient sind diese Reformen und wie wirken sie auf den Arbeitsmarkt? Welche Rolle spielen dabei die Reformen der Arbeitslosenversicherung und wie wirken sich diese aus? Dass eine Arbeitslosenversicherung in einem Wirtschaftssystem wünschenswert und auch notwendig ist, lässt sich mit dem Argument der sozialen Sicherheit begründen. Allerdings muss die Aufgabe einer Arbeitslosenversicherung die soziale Absicherung im Falle einer möglichen, temporären Arbeitslosigkeit sein. Der Betroffene ist für die Dauer der Suche nach einer neuen Arbeit, die bestmöglich der Qualifikation des Einzelnen entspricht, finanziell abgesichert. Ein Absinken unter die Armutsgrenze wird verhindert. Die Steuerung des Arbeitsangebotsverhaltens des Einzelnen ist jedoch ein Nebeneffekt der Arbeitslosenversicherung, den es zu untersuchen gilt. Das die Arbeitslosenversicherung Einfluss auf das Arbeitsangebotsverhalten der Arbeitnehmer hat und welche weiteren Effekte aus der im Sozialsystem eingebetteten Arbeitslosenversicherung entstehen, soll diese Arbeit zeigen. Zur Strukturierung der genannten Fragen nimmt diese Arbeit eine Dreiteilung vor. Analysen der wirtschaftlichen Situation Deutschlands und die Identifikation von Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt sollen die Wirkungen der Arbeitslosenversicherung kausal darstellen. Konjunkturbedingte Veränderungen von Arbeitslosenzahlen sollen weitestgehend als exogene Größe betrachtet werden und nicht in die Bewertung der Arbeitslosenversicherung einfließen. Durch die Parallelität der Ereignisse lassen sich die tatsächlichen Auswirkungen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen jedoch oft schwer selektieren. Um Effekte zuordnen zu können, wird ein historischer Abriss der Entwicklung des Systems der Arbeitslosenversicherung gegeben. Ein internationaler Vergleich dient der Standortbestimmung des deutschen Systems. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit den Einflüssen der Arbeitslosenversicherung in verschiedenen Modellansätzen. Durch die Betrachtung der prognostizierten Effekte wird ein Abgleich der Theorie mit der Praxis erfolgen. Sowohl die Anreizwirkungen auf individueller Ebene im Arbeitsangebots- und Suchverhalten werden modelltheoretisch aufgezeigt, als auch der Einfluss auf das Kalkül im optimalen Verhalten von Gruppen und Kollektiven. Der Abgleich der Modelle mit der Empirie zeigt verschiedene Anreizverzerrungen der Arbeitslosenversicherung. Auffallend ist, dass insbesondere die Bezugsdauer der Unterstützung Einfluss auf den Zugang in, den Abgang aus und die daraus resultierende Dauer der Arbeitslosigkeit hat. Die vom Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder einstmals angestoßene Diskussion um die Mitnahme-Mentalität der Deutschen findet im Sozialsystem Argumente und Fundierung. Die Implikationen der Hartz-Reformen sind vielfältig. Die positiven Aspekte werden im dritten Teil aufgezeigt und mögliche Verbesserungen vorgeschlagen. Trotz der Forderung nach mehr Eigenverantwortung der Transfer-Bezieher und weitreichenden Änderungen zur Verschlankung des administrativen Aufwandes ist der Erfolg des Hartz-Konzeptes zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bewertbar. Besonders kritisch sind die Lohnabstände bei Geringverdienern, wodurch zielgerichtete Nachbesserungen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit notwendig scheinen. Dazu werden Vorschläge zu Reformen der Arbeitslosenversicherung diskutiert. Ziel der Reformen sollte eine zeitgemäße Anpassung der Arbeitslosenversicherung an gesamtwirtschaftliche Entwicklungen sein. This work analyzes the effects of the German unemployment insurance system on the unemployment rate and the individual job-seeking behavior. The duration of the unemployment benefits affects the time spend in unemployment. Another effect is the span between available jobs and the level of the payments. At the same time, a longer duration of unemployment benefits protects the individual of social catastrophies and provied the job seeker with adequate time to find the job that fits best. The GDP can be higher in a society with social security systems compared to other economies by providing each individual the perfect job. Finally, each individual has a higher productivity by a better usage of skills. facts: - the history of the German unemployment system - the effects of the economical cycle on the unemployment rate - a comparison of the German unemployment system compared to other countries - the effects of the span between the high level of unemployment benefit payments compared to the wage earned in available jobs - labour supply and matching - a theoretical approach to analyze the effects of the German unemployment insurance - the reality in Germany compared to the theory - an evaluation of the German system - reform proposition

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Paper provided by University Library of Munich, Germany in its series MPRA Paper with number 20999.

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Date of creation: 14 Sep 2006
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Keywords: Beschäftigungskrise; Arbeitslosenversicherung in Deutschland; Wettbewerbsfähigkeit; Reformen; Analysen der wirtschaftlichen Situation Deutschlands; Identifikation von Problemgruppen; Kausalität; Modelansätze; Hartz; Differenzen-von-Differenzen-Ansatz; Beveridge-Kurve; Arbeitslosengeld; Semiparametric hazard model estimates; Anreizproblem; Reservationslohngleichung; Einstiegslöhne; Hazard-Raten bei auslaufendem Restbezugszeitraum; Mitnahmeeffekt; Matching; Job-Creation-Kurve; Okun-Kruve;

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