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Zur wirtschaftlichen Situation georgischer Landwirtschaftsbetriebe

  • Schulze, Eberhard
  • Tillack, Peter
  • Mosashwili, Nodar
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    Dieser Forschungsbericht beinhaltet die Ergebnisse einer Untersuchung von 200 Familienbetrieben im Osten Georgiens im Distrikt Sighnagi in der Kakheti-Region Ende 2001/Anfang 2002. Sie dienten dem Ziel, Erkenntnisse über die wirtschaftliche Situation georgischer Familienbetriebe sowie zum Teil der sozialen Situation in Bauernfamilien nach zehn Jahren Transformationsprozess in der Landwirtschaft zu gewinnen. Die Untersuchungen schlossen die Befragung der Betriebsleiter nach dem Alter, der Dauer der Tätigkeit in der Landwirtschaft, dem Ausbildungsniveau sowie der Familiengröße ein. Es konnten positive Korrelationsbeziehungen zwischen dem Ausbildungsniveau und der Betriebsgröße festgestellt werden. Die landwirtschaftliche Fläche von 199 Betrieben beträgt 3714,43 ha, darunter 1396,93 ha Ackerland. Die analysierte LF umfasst etwa 1/1000 der LF Georgiens. Durchschnittlich werden 18,57 ha bewirtschaftet, wobei einige sehr große Betriebe diese nach oben verschieben, denn 108 Betriebe bewirtschaften maximal 2 ha. Die durchschnittliche Eigentumsfläche liegt bei 1,59 ha, ihr Maximum bei 9,02 ha. Ein Hektar Land kostet etwa 250 USD. Da die Pachtzinsen etwa 19 USD betragen, ergibt sich eine Verzinsung von 7,6 %. 368 Familienarbeitskräfte arbeiten im Mittel 1764,5 Stunden im Jahr, 66 Lohnarbeiter 2493 Stunden. Bei Familien ab 4 Arbeitskräften besteht wahrscheinlich Arbeitsmangel, da je Familienarbeitskraft nur 1208 Stunden gearbeitet werden. Insgesamt wirtschaften die Betriebe mit einem Kapital von 1443,13 Tausend Lari (etwa 687.000 USD, 1 USD entsprach 2001 etwa 2,10 Lari), wobei die Anteile des fixen Kapitals 71,0 %, die des Umlaufkapitals 29,0 % betragen. Als Kapitalausstattung ergibt sich 386,57 Lari/ha bzw. 2.806,55 Lari/AK. Es besteht eine negative Korrelation zwischen Kredit- und Zinshöhe. Die technische Infrastruktur ist ungenügend entwickelt, die Ausstattung mit Landtechnik ist in vielen Betrieben ebenfalls gering. Die Betriebe erreichten 2001 durchschnittlich bei Weizen einen Ertrag von 34,4 dt/ha, bei Gerste 23,8 dt/ha, bei Mais 44,1 dt/ha, bei Sonnenblumen 5,74 dt/ha, bei Weintrauben 40,7 dt/ha und bei Wassermelonen 310 dt/ha, bei Hülsenfrüchten 11,1 dt/ha, bei Gemüse 157 dt/ha und bei Obst 41,3 dt/ha. Mit dem deutschen Vieheinheiten-Schlüssel (VE) gemessen, ergibt sich ein Tierbesatz je 100 ha von 31,8 VE. Die durchschnittliche Milchleistung beträgt nur ca. 1100 l/Kuh und Jahr und liegt damit geringfügig unter dem Landesdurchschnitt des Jahres 2000. Ursache für die niedrige Leistung sind offensichtlich Absatzprobleme, so dass kein Anreiz besteht, mehr zu produzieren. Die Erzeugerpreise liegen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, unter den Weltmarktpreisen. Die Bewertung der wirtschaftlichen Situation der Betriebe führte zu der Erkenntnis, dass etwa drei Viertel der Betriebsleiter kein oder nur sehr wenig Geld aus dem Betrieb entnehmen können. Trotzdem ist ein gewisser Optimismus zu erkennen. Die Anzahl der Betriebsleiter, die der Auffassung sind, dass sich die finanzielle Situation des Betriebes verbessern wird, ist doppelt so hoch wie diejenige, die den gegenteiligen Standpunkt einnimmt. Eine Korrelationsrechnung zeigt, dass sich mit zunehmender Betriebsgröße die Bewertung der materiellen Lage der Familie in der Zukunft verbessert. Mittels Regressionsberechnungen konnte gezeigt werden, dass die Erlöse der Bauernwirtschaften signifikant positiv von der Größe der Ackerfläche und der Weinanbaufläche sowie dem Umfang des fixen Kapitals beeinflusst werden. Auf die Differenz aus Erlösen und Materialausgaben wirken der Umfang der Ackerfläche und des fixen Kapitals signifikant positiv. Computer sind bisher in keinem Betrieb vorhanden, und auch das Internet wird nicht genutzt, 37,5 % der Betriebsleiter streben die Nutzung jedoch an. Abschließend werden ausgehend von den erhaltenen Ergebnissen Schlussfolgerungen gezogen, die sich auf die weitere Privatisierung, die Unterstützung des Staates durch Zinsverbilligungen in ausgewählten Fällen, die Herausbildung von Genossenschaften des Typs Raiffeisen und die Beratung beziehen. Alle Maßnahmen sind so anzulegen, dass sie der Bekämpfung der Armut auf dem Lande dienen.

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    Paper provided by Leibniz Institute of Agricultural Development in Central and Eastern Europe (IAMO) in its series IAMO Discussion Papers with number 48.

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    Date of creation: 2003
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    1. Macours, Karen & Swinnen, Johan F M, 2002. "Patterns of Agrarian Transition," Economic Development and Cultural Change, University of Chicago Press, vol. 50(2), pages 365-94, January.
    2. Schulze, Eberhard & Tillack, Peter & Patlassov, Oleg, 2002. "Einflussfaktoren auf Gewinn und Rentabilität landwirtschaftlicher Großbetriebe im Gebiet Omsk, Russland," IAMO Discussion Papers 39, Leibniz Institute of Agricultural Development in Central and Eastern Europe (IAMO).
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