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Lösungsansätze für die regionale Wertschöpfungskette Nordseekrabbe

Author

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  • Schröder, Arne
  • Klever, Christin
  • Knöpfel, Tim
  • Niemann, Melina
  • Lasner, Tobias
  • Altmann, Brianne Andrea
  • Wolgast, Thiemo
  • Schütz, Aurelia
  • Bayer, Elisa
  • Risius, Antje
  • Döring, Ralf

Abstract

Das vom Land Niedersachsen geförderte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben "Entwicklung von Lösungs-ansätzen für die regionale Wertschöpfungskette Nordseekrabbe", kurz "Alternative Krabbenwertschöpfung", hatte zur Aufgabe, Lösungsansätze für eine regionale Wertschöpfungskette in der Krabbenfischerei zu entwickeln und diese hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit nach wissenschaftlichen Kriterien zu bewerten. Es sollte eine innovative Krabbenschältechnik im Vergleich zu anderen technischen Lösungen, inklusive Bau und Testung von Prototypen, untersucht werden. Zusätzliche Projekteinhalte waren betriebswirtschaftliche Analysen innovativer Entschälungsstrategien im Vergleich mit der Handentschälung in Nordafrika, eine Analyse der technischen Effizienz der niedersächsischen Krabbenfischereibetriebe und schließlich eine Analyse des Markt- und Absatzpotentials für regional entschälte Krabben sein. Letztes sollte unter Betrachtung der Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien sowie des Verbraucherwissens und der Verbraucherpräferenzen einschließlich der Analysen der Produktqualität betrachtet werden. Momentan werden 80-90% der deutschen Fänge durch nur zwei niederländische Großhändler abgenommen, die auch die Entschälung per Hand in Marokko finanziell und logistisch organisieren, die entschälten Krabben re-importieren sowie in Richtung Einzelhandel und Gastronomie vermarkten. Aufgrund dieser bestehenden Marktstrukturen und fehlender alternativer Absatzwege sind die einzelnen Fischereibetriebe abhängig von diesen Großhändlern und ihnen gegenüber in schwachen Verhandlungspositionen. Die kontaktlose maschinelle Entschälung mittels Druckes funktioniert im Prinzip; allerdings ist die Hochskalierung herausfordernd und im Projekt deswegen nicht abschließend erreicht worden. Hier wird weitere Entwicklungsarbeit nötig sein, auch um letztlich die Wirtschaftlichkeit des Betriebs von auf der neuen Technik beruhenden Entschälmaschinen beurteilen zu können und damit ihren möglichen Beitrag zu einer regionalen Wertschöpfung. Bereits existierende, mechanisch arbeitende Maschinen können dies wegen technischer Unzulänglichkeiten und den daraus folgenden hohen Arbeitskosten sowie geringer Fleischausbeute nicht leisten und sind zumindest regional nur in sehr eng begrenzten Nischenmärkten rentabel. Aufgrund in den letzten Jahren nicht möglicher Rücklagenbildung der Fischereibetriebe sind ihre Investitionsmöglichkeiten in den Aufbau von eigenen Entschälkapazitäten allerdings sehr eingeschränkt wie auch die Bereitschaft dazu unter den herrschenden Unsicherheiten (inkl. die Einsetzbarkeit der neuen Technik oder die möglichen Reaktionen der Großhändler auf solche Versuche). Schon relativ geringe Mengen an regionaler Entschälung, auch um nicht in Konkurrenz zu den Großhändlern zu treten, könnten aber bei entsprechend gegebener Wirtschaftlichkeit der kontaktlosen Technik die Profitabilität der Krabbenfischereibetriebe erhöhen. Des Weiteren gibt es deutliche Hinweise, dass Steigerungen der Effizienz einzelner Betriebe im Fang, obwohl bereits relativ hoch, möglich sind. So operieren Betriebe, die keine Fischerei im Winter betreiben, Fahrzeuge mit modernen Rumpfmaterialien nutzen oder deren Eigner Mitglied einer Erzeugerorganisation sind, effizienter. Eine höhere technische Effizienz geht einher mit höheren Gewinnen. Eine Vermarktung von aus regional anfallenden Krabbenschälresten hergestellte Produkte im Hobbybereich (Garten, Heimtierfutter, Angelei) ist ebenfalls möglich und könnte weitere Erlöse erzielen. Für Konsumierende ist die Krabbe ein typisches Nordseeprodukt und oft aus dem Urlaub bekannt; Regionalität inkl. der Krabbenverarbeitung ist ihnen wichtig und äußert sich in einer gewissen Mehrzahlungsbereitschaft. Dabei wird aber eine maschinelle Entschälung oft skeptisch gesehen und Krabben, die mit den bereits existierenden Maschinen mechanisch, d.h. per Kontakt, entschält werden, schnitten in Aussehen und Konsistenz bei Konsumierenden im Vergleich zu in Marokko handentschälten Nordseegarnelen schlecht ab. Allerdings ist bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern der Informationsbedarf zur Nordseekrabbe und ihren Verarbeitungswegen noch hoch. Schlussfolgernd zeigte sich im Detail, wie eine regionale Wertschöpfungskette als ein wichtiger Baustein helfen könnte, die wirtschaftliche Situation der Krabbenfischerei zu verbessern, wobei eine Hochskalierung und Wirtschaftlichkeitsprüfung der neuen kontaktlosen Technologie noch aussteht.

Suggested Citation

  • Schröder, Arne & Klever, Christin & Knöpfel, Tim & Niemann, Melina & Lasner, Tobias & Altmann, Brianne Andrea & Wolgast, Thiemo & Schütz, Aurelia & Bayer, Elisa & Risius, Antje & Döring, Ralf, 2026. "Lösungsansätze für die regionale Wertschöpfungskette Nordseekrabbe," Thünen Reports 128, Johann Heinrich von Thünen Institute, Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries.
  • Handle: RePEc:zbw:jhtire:340157
    DOI: 10.3220/253-2026-68
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