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Lettland: Fit für den Euro?

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  • Schrader, Klaus
  • Laaser, Claus-Friedrich

Abstract

[Einleitung] Die Krise in der Eurozone ist auch zu Beginn des Jahres 2014 immer noch nicht bewältigt. Zwar gibt es in den Rettungsschirmländern Irland und Portugal Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung: Irland wird 2014 wahrscheinlich wieder stärker wachsen und auf weitere Rettungshilfen verzichten, in Portugal zeichnet sich ein Ende der Rezession ab und der Ausstieg aus dem Rettungsprogramm wird für den Sommer 2014 angestrebt. In Spanien bleibt es offensichtlich bei den Hilfen zur Bankensanierung, auch hier ist ein Wendepunkt in Sicht. Doch sind diese Länder von einem kräftigen Wirtschaftswachstum und einem sichtbaren Abbau der im zweistelligen Bereich befindlichen Arbeitslosenquote immer noch weit entfernt. Große Fragezeichen stehen zudem hinter der Entwicklung im krisengeschüttelten Griechenland: Auch zu Beginn des Jahres 2014 ist offen, ob die seit Jahren andauernde Schrumpfung der griechischen Volkswirtschaft ein Ende findet, eine tragfähige Staatsverschuldung erreicht wird und die immer wieder zugesagten Strukturreformen endlich umgesetzt werden. Auch in Zypern, seit 2013 unter dem Rettungsschirm, kann vom Ende der Krise keine Rede sein. Wie auch Griechenland muss der Inselstaat ein neues Geschäftsmodell für seine Volkswirtschaft finden. Zudem gibt es weitere Euroländer, die aufgrund einer erodierenden internationalen Wettbewerbsfähigkeit strukturellen Anpassungsbedarf haben und/oder denen der Zusammenbruch maroder Banken droht. Vor diesem Hintergrund weiterhin schwelender Krisen im Euroraum ist es bemerkenswert, dass Lettland als 18. EU-Mitgliedsstaat seit dem 1. Januar 2014 den Euro als Landeswährung eingeführt hat. Bereits im Juni 2013 hatten die Euroländer auf dem Treffen der EU-Wirtschafts- und Finanzminister der Empfehlung der EU-Kommission zugestimmt, Lettland in die Währungsunion aufzunehmen (Council of the European Union 2013). Nach Estland, das 2011 der Eurozone beitrat, ist Lettland somit der zweite baltische Staat, der sich für den Euro als Landeswährung qualifiziert hat. Dennoch drängt sich nach den Erfahrungen aus der Euro-Krise' einerseits die Frage auf, ob Lettlands Volkswirtschaft mit dem Euro zurechtkommen und Vorteile aus der Mitgliedschaft in einem Hartwährungsverbund' ziehen kann. Andererseits muss gefragt werden, ob Lettland nicht zu einer weiteren Belastung für die Eurogruppe werden könnte. Zur Beantwortung dieser Fragen soll nachfolgend in Kapitel 2 analysiert werden, wie der wirtschaftliche Aufholprozess Lettlands nach der Unabhängigkeit verlaufen ist und wie das Land die globale Wirtschafts- und Finanzkrise überstanden hat. Dabei wird beleuchtet, wie trotz der Nachwirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sowie eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds auf den Weltmärkten und auf dem Europäischen Binnenmarkt Lettland die Kriterien für die Aufnahme in die Eurozone erfüllen konnte. Zudem wird untersucht, welche strukturellen Stärken und Schwächen die lettische Volkswirtschaft aufweist und über welche wirtschaftlichen Potenziale das Land verfügt. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklungen im lettischen Bankensektor gelegt. Abschließend wird in Kapitel 3 diskutiert, ob die Aufnahme Lettlands in die Eurozone zur Stärkung oder zur Schwächung der Europäischen Währungsunion beiträgt und wie sich die Einführung des Euro auf die weitere lettische Wirtschaftsentwicklung auswirken wird. In diesem Zusammenhang soll auch die Frage nach dem (zukünftigen) Geschäftsmodell Lettlands beantwortet werden.

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  • Schrader, Klaus & Laaser, Claus-Friedrich, 2014. "Lettland: Fit für den Euro?," Kiel Discussion Papers 532/533, Kiel Institute for the World Economy (IfW).
  • Handle: RePEc:zbw:ifwkdp:532-533
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