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Lohneffekte der Zeitarbeit

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  • Michael Kvasnicka
  • Axel Werwatz

Abstract

Die gewerbliche Zeitarbeit ist eine der am stärksten expandierenden Beschäftigungsformen in Deutschland. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Zeitarbeitnehmer, trotz allgemeiner wirtschaftlicher Stagnation, auf 340 000 im Jahre 2001 verdreifacht. Damit ist auch die beschäftigungspolitische Bedeutung der Zeitarbeit gewachsen. Ausdruck dafür ist der schrittweise Abbau von Vorschriften des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) in den 90er Jahren, das dieses Segment des Arbeitsmarktes reguliert. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet das am 15. November 2002 im Bundestag verabschiedete erste Gesetzespaket zur Arbeitsmarktreform. Angelehnt an die Vorschläge der Hartz-Kommission beinhaltet es die an der gewerblichen Zeitarbeit orientierte flächendeckende Errichtung so genannter Personal-Service-Agenturen (PSA) in den bundesdeutschen Arbeitsamtsbezirken sowie die weitreichende Lockerung des AÜG.4 Dennoch ist die gewerbliche Zeitarbeit nach wie vor umstritten. Die Kritik gilt hierbei vor allem der vermeintlich geringeren Qualität der Beschäftigungsverhältnisse, die durch Zeitarbeit entstehen. Insbesondere wird auf die niedrige Entlohnung von Zeitarbeitern im Vergleich zu Nichtzeitarbeitern hingewiesen. Dieses Lohndifferential ist jedoch bis heute unzureichend quantifiziert, da in den bisher vorliegenden Untersuchungen lediglich einfache Durchschnittsvergleiche herangezogen werden. Wichtige beobachtbare Unterschiede und damit verbundene Produktivitätsunterschiede werden nicht berücksichtigt. Auch sind mögliche langfristige Effekte der Zeitarbeit auf die Einkommensverläufe ehemaliger Zeitarbeitnehmer gänzlich unerforscht. Im Folgenden werden erste ökonometrische Schätzungen5 des mit einer Tätigkeit in der Zeitarbeit verbundenen gegenwärtigen und langfristigen Lohndifferentials vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitnehmer in Zeitarbeit einen Lohnabschlag hinnehmen müssen, der allerdings bis zu 50 % geringer ist als bislang angenommen. Ehemalige Zeitarbeitnehmer haben in der späteren Beschäftigung außerhalb der Branche im Durchschnitt keine Lohneinbußen gegenüber Arbeitnehmern, die niemals in der Zeitarbeit tätig waren. Verglichen mit ihrer relativen Einkommenssituation vor dem Eintritt in die Zeitarbeit können sich Zeitarbeiter in ihren Einkommensverläufen bei Wiedereintritt in reguläre Beschäftigungsverhältnisse sogar verbessern.

Suggested Citation

  • Michael Kvasnicka & Axel Werwatz, 2002. "Lohneffekte der Zeitarbeit," DIW Wochenbericht, DIW Berlin, German Institute for Economic Research, vol. 69(49), pages 847-854.
  • Handle: RePEc:diw:diwwob:69-490-10
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    Cited by:

    1. Michael C. Burda & Michael Kvasnicka, 2006. "Zeitarbeit in Deutschland: Trends und Perspektiven," Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Verein für Socialpolitik, vol. 7(2), pages 195-225, May.
    2. repec:iab:iabzaf:v:38:i:2/3:p:305-324 is not listed on IDEAS
    3. Brehmer, Wolfram & Seifert, Hartmut, 2008. "Sind atypische Beschäftigungsverhältnisse prekär? : eine empirische Analyse sozialer Risiken (Are atypical employment relationships precarious? : an empirical analysis of social risks)," Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung - Journal for Labour Market Research, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg [Institute for Employment Research, Nuremberg, Germany], vol. 41(4), pages 501-531.
    4. Wolfgang Ochel, 2003. "Hartz and more: Zum Abbau der Arbeitslosigkeit durch Leiharbeit," ifo Schnelldienst, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, vol. 56(01), pages 21-32, January.
    5. Boockmann, Bernhard & Hagen, Tobias, 2005. "Befristete und andere "atypische" Beschäftigungsverhältnisse: Wird der Arbeitsmarkt funktionsfähiger? (Fixed-term and other "atypical" employment relationship : is the labour marke," Zeitschrift für ArbeitsmarktForschung - Journal for Labour Market Research, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg [Institute for Employment Research, Nuremberg, Germany], vol. 38(2/3), pages 305-324.

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