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Sektorspezifische Regulierung: Transitorisch oder ad infinitum?

Author

Listed:
  • Hans Schedl
  • Günther Knieps
  • Ingo Vogelsang
  • Stephan Korehnke
  • Nejc M. Jakopin
  • Klaus von den Hoff
  • Iris Henseler-Unger
  • Rebecca Harms

Abstract

Unter diesem Titel hat das ifo Institut in diesem Frühjahr eine Studie veröffentlicht, die zehn Jahre nach der Einführung der sektorspezifischen Regulierung und beträchtlichen Markterfolgen in der Telekommunikation prüfte, ob das ursprüngliche Ziel einer vorübergehenden Regulierung aus den Augen verloren wurde. In der Studie wird festgestellt, dass trotz erheblicher Entwicklung des Wettbewerbs die Mitarbeiterzahl in den meisten europäischen Regulierungsbehörden weiter gestiegen ist, Regulierungsverfahren komplizierter geworden und neue Regulierungsaufgaben und -gebiete hinzugekommen sind. Mit einem Wort: Alle Zeichen deuten auf eine Verfestigung der Regulierung hin. Das Thema stieß auf reges Interesse. Deswegen wurden mehrere Autoren zur Stellungnahme eingeladen. Eine Einführung in die Thematik gibt Hans Schedl, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ifo Instituts und Mitautor der Studie. Am 13. November 2007 legte die Europäische Kommission einen Entwurf über die Schaffung einer europäischen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und der Änderung der Zugangsrichtlinie vor. Hans Schedl fasst die vorgesehenen Änderungen zusammen und unterzieht sie einer kritischen Bewertung. Für Günter Knieps, Universität Freiburg, ist es von zentraler Bedeutung, zwischen Ex-ante- und Ex-post-Eingriffen in Märkten zu unterscheiden. Ex-anteRegulierung sei nur in solchen Netzbereichen gerechtfertigt, in denen ein systematischer Missbrauch von Marktmacht bei Abwesenheit von Regulierung erwartet werden könne. Netzspezifische Marktmacht sei nur in solchen Netzinfrastrukturen zu erwarten, die nicht nur durch Bündelungsvorteile, sondern gleichzeitig auch durch irreversible Kosten gekennzeichnet seien (monopolistische Bottlenecks). Deshalb bleibe die Regulierung der Marktmacht dieser monopolistischen Bottleneck-Bereiche auch nach einer umfassenden Marktöffnung eine wichtige Aufgabe. Es müsse allerdings sichergestellt werden, dass die Regulierung auf diese Netzbereiche beschränkt bleibe. Im Telekommunikationssektor sieht Knieps eine Tendenz zur Überregulierung, da dort aufgrund der dynamischen technischen Entwicklung ein Schrumpfen der monopolistischen Bottleneck-Bereiche zu beobachten ist. Für Ingo Vogelsang, Boston University, ist Regulierung nicht per se ein Fehler. Vielmehr bestehe, seiner Ansicht nach, unter bestimmten Umständen eine Regulierungsbedürftigkeit. Zur Vermeidung von Überregulierung sei eine aber wiederholte Analyse der Regulierungsbedürftigkeit vorzunehmen und mit dem Bedürfnis der Regulierer zum Regulieren zu kontrastieren. Für den Telekommunikationssektor kann sich Vogelsang zwar ein Ende der sektorspezifischen Regulierung vorstellen. Regulierungsbedarf sieht er allerdings noch für einige Jahre beim Teilnehmeranschluss und beim Terminierungsmonopol. Stephan Korehnke, Vodafone D2, weist auf eine rechtswidrige Auslegung des Drei-Kriterien-Tests im Bereich des Mobilfunks hin: Nur bei kumulativem Vorliegen aller Bedingungen – beträchtliche und anhaltende Marktzutrittsbeschränkungen, ein nicht zum Wettbewerb neigender Markt und Unzulänglichkeit des allgemeinen Wettbewerbsrechts – darf sektorspezifische Regulierung einsetzen. Keines der drei Kriterien ist im Mobilfunkmarkt erfüllt. Zusätzlich zeigt er, dass das so genannte Terminierungsmonopol durch Regulierung nicht beeinflusst werden kann und die Anwendung des Instrumentes deshalb abzulehnen ist. ifo Schnelldienst 21/2007 Sektorspezifische Regulierung 3 Nejc M. Jakopin und Klaus von den Hoff, Arthur D. Little GmbH, zeigen, dass die häufig geäußerte Kritik, Deutschland hätte – bezogen auf die Zahl der Breitbandanschlüsse pro Haushalt im Vergleich zu anderen Industrieländern – einen unterentwickelten Internetmarkt, ihrer Meinung nach

Suggested Citation

  • Hans Schedl & Günther Knieps & Ingo Vogelsang & Stephan Korehnke & Nejc M. Jakopin & Klaus von den Hoff & Iris Henseler-Unger & Rebecca Harms, 2007. "Sektorspezifische Regulierung: Transitorisch oder ad infinitum?," ifo Schnelldienst, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, vol. 60(21), pages 03-28, November.
  • Handle: RePEc:ces:ifosdt:v:60:y:2007:i:21:p:03-28
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    Cited by:

    1. Hans Schedl, 2007. "Sector-specific Regulation: Transitory or ad Infinitum? An International Status Report on Regulatory Institutions," ifo DICE Report, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, vol. 5(4), pages 35-40, 06.
    2. Hans Schedl & Kai Sülzle & Andreas Kuhlmann, 2007. "Sektorspezifische Regulierung: transitorisch oder ad infinitum? : eine internationale Bestandsaufnahme von Regulierungsinstitutionen," ifo Forschungsberichte, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, number 40.

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    Keywords

    Regulierung; Aufsichtsbehörde; Telekommunikation; Telekommunikationsgesellschaft; Wettbewerb; Vergleich; Welt;

    JEL classification:

    • L50 - Industrial Organization - - Regulation and Industrial Policy - - - General

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