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Wehrpflichtsdebatte: Attraktivität der Bundeswehr entscheidend. Für den personellen Aufwuchs ist vor allem der Verbleib zentral

Author

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  • Burstedde, Alexander
  • Risius, Paula
  • Bardt, Hubertus

Abstract

Deutschland sieht sich mit einer verschärften Bedrohungslage konfrontiert. Infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wurde bereits eine "Zeitenwende" ausgerufen. Die Steigerung der Verteidigungsfähigkeit beinhaltet auch einen deutlichen Personalaufbau bei der Bundeswehr. Die Zahl der Soldaten und Reservisten in Deutschland soll sich bis 2035 von aktuell etwa 230.000 auf 460.000 verdoppeln. Aus den heute knapp über 180.000 Soldaten sollen dann 260.000 werden. Um diese Sollstärke zu erreichen, möchte die Bundesregierung die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (Schreibweise der Bundeswehr) deutlich erhöhen. Zentral für die Verteidigungsfähigkeit ist die Zahl der einsatzbereiten Soldaten und Reservisten, die aus dem Freiwilligen Wehrdienst hervorgehen. Je nachhaltiger diese Rekrutierung gelingt, desto weniger Freiwillige werden benötigt. Aus ökonomischer Perspektive ist entscheidend, möglichst wenig Personen für den Wehrdienst einzuplanen, die an anderer Stelle produktiver tätig sein könnten. Die Fragestellung der vorliegenden Analyse ist also: Wie kann die Verteidigungsfähigkeit so erhöht werden, dass die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit möglichst wenig beeinträchtigt wird? Die Studie berechnet dazu Szenarien für den personellen Aufwuchs der Bundeswehr auf Basis unterschiedlicher Annahmen zur Zahl der Freiwilligen und zur Attraktivität des Diensts. Auf Basis des bisherigen Rekrutierungserfolgs der Bundeswehr und den Erfahrungen aus Schweden dürfte, die mit dem Neuen Wehrdienst geplante Erhöhung auf 40.000 Freiwillige jährlich bis 2031 nicht ausreichen, um die Sollstärke zu erreichen. In diesem Basisszenario würde die Zahl der Soldaten und Reservisten bis 2035 um knapp 50 Prozent steigen und bis 2040 um etwa 65 Prozent. Eine Verdopplung erfordert eine Verringerung der Abbrüche, und dass sich mehr Menschen für eine Verpflichtung als Soldat auf Zeit entscheiden. In einem entsprechend optimistischen Szenario mit attraktivem Dienst könnte das Plus bis 2035 knapp 80 Prozent betragen und die Sollstärke bis 2039 erreicht werden. Um die Sollstärke schon wie gewünscht im Jahr 2035 zu erreichen, müsste die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden schneller und deutlicher erhöht werden, bis auf 50.000 im Jahr 2029. Mit mehr Freiwilligen kann der Aufwuchs also beschleunigt werden, für seine Nachhaltigkeit ist jedoch die Attraktivität des Diensts ausschlaggebend.

Suggested Citation

  • Burstedde, Alexander & Risius, Paula & Bardt, Hubertus, 2025. "Wehrpflichtsdebatte: Attraktivität der Bundeswehr entscheidend. Für den personellen Aufwuchs ist vor allem der Verbleib zentral," IW-Reports 57/2025, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute.
  • Handle: RePEc:zbw:iwkrep:331869
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    1. Ochsner, Christian & Zuber, Christopher, 2025. "Output, prices and public debt under the new German fiscal consensus," Working Papers 01/2025, German Council of Economic Experts / Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
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      JEL classification:

      • H56 - Public Economics - - National Government Expenditures and Related Policies - - - National Security and War
      • J24 - Labor and Demographic Economics - - Demand and Supply of Labor - - - Human Capital; Skills; Occupational Choice; Labor Productivity
      • J45 - Labor and Demographic Economics - - Particular Labor Markets - - - Public Sector Labor Markets

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