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ifo Konjunkturprognose 2009/2010: Abschwung setzt sich fort

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  • Kai Carstensen
  • Wolfgang Nierhaus

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  • Oliver Hülsewig
  • Klaus Abberger
  • Christian Breuer

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  • Steffen Elstner
  • Steffen Henzel
  • Johannes Mayr
  • Wolfgang Meister
  • Georg Paula
  • Anna Wolf

    ()

  • Timo Wollmershäuser

Abstract

Die Weltwirtschaft steckt in der tiefsten Rezession seit der großen Depression. Seit diesem Frühjahr dürfte sich das Kontraktionstempo jedoch abgeschwächt haben. Weltweit sind Programme zur Stützung der Konjunktur aufgelegt worden, zudem zeigt die expansive Geldpolitik der Zentralbanken allmählich Wirkung. Auch sind in zahlreichen Ländern Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte ergriffen worden. Schließlich werden die Realeinkommen durch die starken Rohstoffpreisrückgänge gestützt. Das vom ifo Institut erhobene Weltwirtschaftskli-ma ist im zweiten Quartal 2009 erstmals seit dem Herbst 2007 wieder gestiegen. Der Anstieg des Indikators resultiert jedoch ausschließlich aus den günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate; die Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage hat sich demgegenüber noch weiter verschlechtert und fiel auf einen neuen historischen Tiefstand. Die deutsche Wirtschaft befindet sich in der schwersten Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik. Nach den bisher vorliegenden amtlichen Ergebnissen sank die gesamtwirtschaftliche Produktion im ersten Quartal 2009 saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Jahresendquartal um 3,8%, bereits im vierten Quartal 2008 war die Wirtschaftsleistung um 2,2% geschrumpft. Deutschland verzeichnet damit von allen großen europäischen Volkswirtschaften den schärfsten Wachstumseinbruch. Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte nach diesem drastischen Rückgang auch im zweiten Quartal gesunken sein, jedoch mit deutlich verringertem Tempo. Für den Beginn einer allmählichen Stabilisierung spricht die aktuelle Entwicklung einer Reihe von gewichtigen Konjunkturindikatoren wie Produktion und Auftragseingang sowie das ifo Geschäftsklima. Zum Rückgang der Wirtschaftsleistung tragen vor allem die Industrie und der Sektor Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen bei. Für das erste Halbjahr 2009 ergibt sich im Ver-gleich zum zweiten Halbjahr 2008 saison- und kalenderbereinigt eine Schrumpfung des realen Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 5,2%; im Vorjahresvergleich beläuft sich die Abnahme auf 7,5%. Im weiteren Prognosezeitraum wird sich der Abschwung fortsetzen. Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte, nach einem vorübergehen-den, primär durch fiskalische Impulse getriebenen Anstieg im Sommer, der Grund-tendenz nach weiter sinken. Zwar werden vom Außenbeitrag voraussichtlich keine dämpfenden Effekte mehr ausgehen, jedoch setzt sich der Rückgang bei den Investi-tionen in Ausrüstungen und Bauten fort. Auch ist der Lagerabbau noch nicht abge-schlossen. Zudem wird der private Konsum ab den Herbstmonaten bei deutlich ab-nehmender Beschäftigung und stark steigender Arbeitslosigkeit sinken. Erst im Frühjahr 2010 ist mit einer Bodenbildung bei Produktion und Nachfrage zu rechnen. Danach wird die reale Wirtschaftsleistung wahrscheinlich wieder etwas zunehmen. Bei sich allmählich bessernder Weltkonjunktur ziehen die Exporte dann leicht an; auch die Ausrüstungsinvestitionen dürften sich moderat erholen. Gegen Ende 2010 kann zudem mit Vorzieheffekten aufgrund der Rückführung der degressiven Abschreibung gerechnet werden. Bei den Bauinvestitionen werden die Konjunkturpakete voraussichtlich wirken. Alles in allem dürfte die konjunkturelle Dynamik aufgrund der Schwäche des privaten Konsums jedoch recht niedrig bleiben, so dass der gesamtwirtschaftliche Auslastungsgrad bis zuletzt weiter abnimmt. Im Jahresdurchschnitt 2009 dürfte die gesamtwirtschaftliche Produktion dem Ursprungswert nach wie auch kalenderbereinigt um 6,3% sinken. Im Jahr 2010 ergibt sich aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus ein Rückgang um 0,3% (kalenderbereinigt: 0,4%). Die Rezession wird sich auf dem Arbeitsmarkt ab den Sommermonaten 2009 ve

Suggested Citation

  • Kai Carstensen & Wolfgang Nierhaus & Oliver Hülsewig & Klaus Abberger & Christian Breuer & Steffen Elstner & Steffen Henzel & Johannes Mayr & Wolfgang Meister & Georg Paula & Anna Wolf & Timo Wollmers, 2009. "ifo Konjunkturprognose 2009/2010: Abschwung setzt sich fort," ifo Schnelldienst, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, vol. 62(12), pages 11-57, June.
  • Handle: RePEc:ces:ifosdt:v:62:y:2009:i:12:p:11-57
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    Cited by:

    1. Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, 2009. "Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2009: Zögerliche Belebung – steigende Staatsschulden," ifo Schnelldienst, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, vol. 62(20), pages 03-64, October.
    2. Giancarlo Corsetti & Michael P. Devereux & John Hassler & Gilles Saint-Paul & Hans-Werner Sinn & Jan-Egbert Sturm & Xavier Vives, 2011. "Chapter 1: The Macroeconomic Outlook," EEAG Report on the European Economy, CESifo Group Munich, vol. 0, pages 17-69, February.
    3. Wolfgang Nierhaus, 2012. "Wirtschaftskonjunktur 2011: Prognose und Wirklichkeit," ifo Schnelldienst, ifo Institute - Leibniz Institute for Economic Research at the University of Munich, vol. 65(02), pages 22-27, January.

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    Keywords

    Konjunktur; Konjunkturumfrage; Konjunkturprognose; Wirtschaftslage; Geschäftsklima; Weltkonjunktur; Deutschland; Welt;

    JEL classification:

    • F01 - International Economics - - General - - - Global Outlook
    • O00 - Economic Development, Innovation, Technological Change, and Growth - - General - - - General

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