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- Löw, Philipp
- Brandes, Elke
- Eysholdt, Max
- Reuter, Tobias
- Zinnbauer, Maximilian
- Oltmanns, Renke
- Peters, Karen
- Schad, Philipp
- Fechner, Holger
- Jung, Stephan
- Langen, Matthias
- Gömann, Horst
- Kalmbach, Sarah
- Offenberger, Konrad
- Sperger, Christian
Abstract
Der verfügbare Stickstoff im Boden - der sogenannte Nmin-Wert - ist eine wichtige Größe zur Ermittlung des Düngebedarfs für Stickstoff und ist nach § 4 der Düngeverordnung bei der Düngebedarfsermittlung auf Ackerflächen verpflichtend zu berücksichtigen. Im Rahmen des Begleitarbeitskreises des Monitorings zur Wirkung der Düngeverordnung auf das Grundwasser und die Oberflächengewässer (Wirkungsmonitoring) wurde, geleitet vom Thünen-Institut und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, eine Unterarbeitsgruppe "UAG-Nmin" eingerichtet, die sich mit der Bereitstellung und Vergleichbarkeit von behördlichen Richtwerten für mineralischen, pflanzenverfügbaren Stickstoff im Boden im Frühjahr (im Folgenden auch Nmin-Richtwerte) beschäftigte. Dazu wurde zunächst ein Fragebogen an die zuständigen Behörden der Bundesländer verschickt, um Informationen über die jeweils angewandten Verfahren zur Erhebung und Bereitstellung dieser Werte zu sammeln. Anschließend fand im Februar 2025 ein eintägiger Workshop im Rahmen der UAG statt. Ziel war es, die Ergebnisse zum Status quo vorzustellen, Unterschiede zwischen den Bundesländern und Herausforderungen zu diskutieren und mögliche Verbesserungsansätze zu entwickeln. Die Auswertungen zeigten deutliche Unterschiede in den Nmin-Richtwerten sowohl zwischen den Bundesländern als auch über die Jahre hinweg. Diese Schwankungen sind vor allem auf klimatische Bedingungen und Prozesse wie die Mineralisation zurückzuführen. Zusätzlich wurden systematische Abweichungen an Ländergrenzen festgestellt. Diese sind nicht allein durch Standortfaktoren, sondern auch durch unterschiedliche Vorgehensweisen bei Probenahme und Bereitstellung von Richtwerten erklärbar. Die größten Unterschiede zwischen den Vorgehensweisen in den Bundesländern ergeben sich aus der zeitlichen Abstimmung der Beprobung, der Anzahl und Dichte der Proben sowie aus methodischen Details in Analytik und Berechnung, insbesondere bei der dritten Tiefenstufe (60-90 cm). Abgestimmte Beprobungszeiträume könnten die Vergleichbarkeit der Daten verbessern. Auch eine Vereinheitlichung der Beprobungsdichte und der analytischen Verfahren erscheint zielführend, um systematische Diskrepanzen zu verringern. Für die landwirtschaftliche Praxis ergeben sich daraus verschiedene Implikationen. Die unterschiedlichen Vorgehensweisen zwischen den Bundesländern erschweren die Vergleichbarkeit der (kulturspezifischen) Nmin- Richtwerte und folglich auch der Düngebedarfsermittlung. Besonders für Betriebe, deren Flächen über Landesgrenzen hinweg verteilt sind, kann dies zu stark abweichenden Ergebnissen bei der Ermittlung des Stickstoffdüngebedarfs unter Berücksichtigung von Richtwerten führen. Letztlich resultieren daraus ungleiche Wettbewerbsbedingungen sowie eine je nach Vorgehensweise potenziell weniger oder stärker restriktive Düngeregulierung und damit unterschiedliche Umweltwirkungen. Auch im Rahmen des Wirkungsmonitorings spielen Nmin-Werte eine wichtige Rolle bei der Modellierung regionaler Stickstoffbilanzen und der Stickstoffeinträge in die Gewässer. Es zeigt sich, dass Nährstoffbilanz- Modellierungen auf Datengrundlage der aktuellen Erhebungs- und Bereitstellungspraxis grundsätzlich möglich sind, allerdings würde eine stärkere Harmonisierung die Effizienz, Transparenz und Praxistauglichkeit deutlich erhöhen. Langfristig ist für das Wirkungsmonitoring vorgesehen, auf den landwirtschaftlichen Betrieben gemessene Nmin-Daten einzubeziehen, wofür jedoch rechtliche Anpassungen notwendig sind. Mit der vom Thünen-Institut entwickelten Schablone zur Bereitstellung behördlicher Nmin-Werte liegt nun erstmals ein einheitliches Format vor, das von den Ländern positiv bewertet wurde und einen wichtigen Schritt zu einer effizienteren und verlässlicheren Düngebedarfsermittlung darstellen kann. Parallel dazu bieten alternative Ansätze wie regressionsbasierte Berechnungen Potenziale, die eine Düngebedarfsermittlung vor Vegetationsbeginn ermöglichen und Zeit- sowie Kostenaufwand in der Praxis erheblich reduzieren könnten.
Suggested Citation
Löw, Philipp & Brandes, Elke & Eysholdt, Max & Reuter, Tobias & Zinnbauer, Maximilian & Oltmanns, Renke & Peters, Karen & Schad, Philipp & Fechner, Holger & Jung, Stephan & Langen, Matthias & Gömann, , 2026.
"Erhebung und Bereitstellung von Frühjahrs-Nmin-Werten für die Düngebedarfsermittlung in Deutschland: Gemeinsamkeiten und Unterschiede im föderalen System,"
Thünen Working Papers
283, Johann Heinrich von Thünen Institute, Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries.
Handle:
RePEc:zbw:jhtiwp:339577
DOI: 10.3220/253-2026-38
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JEL classification:
- Q15 - Agricultural and Natural Resource Economics; Environmental and Ecological Economics - - Agriculture - - - Land Ownership and Tenure; Land Reform; Land Use; Irrigation; Agriculture and Environment
- Q18 - Agricultural and Natural Resource Economics; Environmental and Ecological Economics - - Agriculture - - - Agricultural Policy; Food Policy; Animal Welfare Policy
- Q25 - Agricultural and Natural Resource Economics; Environmental and Ecological Economics - - Renewable Resources and Conservation - - - Water
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