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Mehr Risikokapital durch Erleichterung des Börsenzugangs für Unternehmen

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  • Weichert, Ronald
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    Abstract

    Der deutsche Aktienmarkt versorgt die Unternehmen nur unzulänglich mit Risikokapital. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Anzahl der jährlichen Neuemissionen sehr gering. Die Marktzutrittsbarrieren sind hoch. Die Rechtsform der Aktiengesellschaft ist zwar für diejenigen Unternehmen, die bei einem breiten Kreis von Anlegern Risikokapital aufnehmen wollen, adäquat, nicht jedoch unbedingt für neue, wachstumsorientierte Gesellschaften mit kleinem Eigentümerkreis, unter denen sich besonders junge Unternehmen befinden. Deshalb sollte auch ein öffentlicher Handel mit GmbH-Anteilen möglich sein, damit Kapitalnehmer und -geber die für sie optimale Vertragsform selbst herausfinden können. Derzeit sind Genußscheine die einzige, allerdings wenig verbreitete Alternative zur Aktie. Die bestehende Dreier-Gliederung des deutschen Aktienhandels (amtlicher Handel, geregelter Freiverkehr, ungeregelter Freiverkehr) könnte unterschiedlichen Risikoklassen Rechnung tragen. In der Praxis unterscheiden sich die Zulassungsanforderungen allerdings zu wenig voneinander; sie sind vor allem in dem von Börsen und Banken regulierten Freiverkehr in beiden Varianten zu restriktiv. Das entscheidende Hemmnis für Unternehmen, an die Börse zu gehen, stellt die Notwendigkeit dar, ein Kreditinstitut zu finden, das die Emission unterstützt. Die Banken betreiben Anlegerschutz durch Risikoausschluß statt durch die Schaffung von Transparenz auf den Märkten für risikoreiche Beteiligungen. Für eine bessere Risikokapitalausstattung der deutschen Wirtschaft braucht der bestehende geregelte Freiverkehr weder im Börsengesetz verankert noch einer staatlichen Aufsicht unterstellt zu werden. Viel hilfreicher wäre es, das Emissionsmonopol der Banken abzubauen. Durch eine Änderung des Kreditwesengesetzes und einen Verzicht auf das Emissionsmonopol könnte die Tätigkeit von speziellen Emissionshäusern erleichtert werden. Eine dadurch entstehende Belebung des Wettbewerbs würde die Emissionskosten vermindern. Um die Nachfrage nach Aktien, die im ungeregelten Freiverkehr gehandelt werden, zu erhöhen, sollte es Investmentfonds und Versicherungen erlaubt werden, in diesem Teilmarkt zu investieren. Ihre Fähigkeit zur Risikotransformation käme Unternehmen, die Risikokapital suchen, zugute. Die Versorgung mit Risikokapital würde sich auch verbessern, wenn die Versicherungen in stärkerem Maße als bisher Anteile an Wagnisfinanzierungsgesellschaften halten und Kapitalbeteiligungen an Unternehmen des ungeregelten Freiverkehrs eingehen dürften. Die modernen Kommunikationsmöglichkeiten erlauben einen bundesweiten Effektenhandel außerhalb der Börsensäle, wie insbesondere die Entwicklung des Aktienhandels in den Vereinigten Staaten zeigt. Eine solche Entwicklung könnte insbesondere weniger umsatzstarke Aktienwerte begünstigen. --

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    Paper provided by Kiel Institute for the World Economy (IfW) in its series Kiel Discussion Papers with number 116.

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    Length:
    Date of creation: 1985
    Date of revision:
    Handle: RePEc:zbw:ifwkdp:116

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    Postal: Kiellinie 66, D-24105 Kiel
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    1. Jensen, Michael C. & Meckling, William H., 1976. "Theory of the firm: Managerial behavior, agency costs and ownership structure," Journal of Financial Economics, Elsevier, Elsevier, vol. 3(4), pages 305-360, October.
    2. Irwin Friend & Edward S. Herman, 1964. "The S.E.C. Through a Glass Darkly," The Journal of Business, University of Chicago Press, University of Chicago Press, vol. 37, pages 382.
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