Betriebsspezifische Formen der Mitarbeitervertretung – welche Betriebe, welche personalpolitischen Wirkungen (Firm Specific Forms of Participation – Which Establishment, Which Effects on Personnel Policy)
Der Beitrag widmet sich den Vertretungsinstitutionen jenseits des Betriebsverfassungsgesetzes. Auf Grundlage des IAB-Betriebspanels wird zunaechst die Verbreitung und Entwicklung solcher alternativer Vertretungsorgane beschrieben, bevor deren Schicksal auf einzelbetrieblicher Ebene nachgegangen wird. Wesentliches Ergebnis ist die im Vergleich zum Betriebsrat sehr geringe Stabilitaet dieser Gremien. In multivariaten Analysen werden betriebliche Charakteristika identifiziert, die die Gruendung einer betriebsspezifischen Mitarbeitervertretung wahrscheinlicher machen. Die entsprechenden Betriebe zeichnen sich v. a. durch eine humankapitalorientierte Personalpolitik aus, die auf Weiterbildung und stabile Beschaeftigungsverhaeltnisse setzt. Unter Einsatz sog. Matching-Verfahren werden abschliessend die personalpolitischen Wirkungen neu gegruendeter betriebsspezifischer Mitarbeitervertretungen untersucht. Insgesamt zeigen sich kaum Unterschiede zwischen Betrieben, in denen solche Gremien entstanden sind und der Vergleichsgruppe. Dies stuetzt eine Interpretation, die diese Einrichtungen eher als Ausdruck einer ‚aufgeklaerten’ personalpolitischen Strategie denn als funktionales Aequivalent zu einem Betriebsrat begreift.
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