Mit den Daten des ALLBUS analysiert diese Arbeit Determinanten der westdeutschen Gewerkschaftsmitgliedschaft und diskutiert darauf aufbauend gewerkschaftspolitische Perspektiven. Organisationsgrade und ihre Veraenderungen von 1980 bis 2004 werden zunaechst fuer die Berufsgruppen der Arbeiter, Angestellten und Beamten betrachtet. Eine weitere Untergliederung nach Qualifikationen enthuellt in einem zweiten Schritt spezifische Muster innerhalb der Berufsgruppen. Kleine wie groessere Betriebe sind von der Mitgliedererosion betroffen; lediglich Grossbetriebe mit 4.000 und mehr Mitarbeitern scheinen noch stabile Gewerkschaftsdomaenen zu sein. Logistische Regressionen zeigen, dass die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft von der Betriebsgroesse, der Berufsgruppenzugehoerigkeit sowie von wirtschaftspolitischen Einstellungen abhaengt. Ein neu eingefuehrter Index der Liberalitaet erweist sich als signifikant negativ. Fuer die Gewerkschaftspolitik folgt daraus zweierlei: Zum einen sollten bestehende innerbetriebliche Gewerkschaftsdomaenen ausgebaut, zum anderen muesste den liberaleren wirtschaftspolitischen Einstellungen der Arbeitnehmer Rechnung getragen werden.
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