IDEAS home Printed from https://ideas.repec.org/p/zbw/iwkrep/339585.html

Alterssicherung - eine Frage von Einkommen und Vermögen: Stellungnahme zum Fragenkatalog der Alterssicherungskommission der Bundesregierung

Author

Listed:
  • Pimpertz, Jochen

Abstract

Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung soll einerseits eine Kennziffer für das Gesamtversorgungsniveau aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und geförderter Privatvorsorge entwickeln. Andererseits soll es darum gehen, wie der Lebensstandardsicherung im Alter gesichert werden kann. Beide Arbeitsaufträge können zu unterschiedlichen Ableitungen führen: Soll das Gesamtversorgungsniveau aus den drei Säulen maßgeblich für Reformen sein, dann wird damit implizit unterstellt, dass die Bedarfe im Alter vorrangig über monatliche Renten aus den drei Versicherungssystemen gedeckt werden sollen. Der Lebensstandard lässt sich aber auch durch Vermögen absichern. Das ist der Grund, warum Leistungen der Grundsicherung oder das Wohngeld eine Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse voraussetzen. Ein Gesamtversorgungsniveau der drei Säulen vermag auch deshalb keine geeignete Zielgröße zu sein, weil die Höhe der Leistungen jeweils von den individuellen Bildungs-, Erwerbs- und Vorsorgeentscheidungen der Versicherten abhängen. Insbesondere in Paarhaushalten können niedrige Versorgungsansprüche einer Person mit hinreichend hohen Leistungen des Partners zusammentreffen. Schon deshalb lässt sich weder aus dem Sicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung noch aus dem Verbreitungsgrad ergänzender Vorsorgesysteme treffsicher auf Versorgungsrisiken im Alter schließen. Dennoch werden unterschiedliche Reformmodelle mit der Sorge vor steigender Armutsgefährdung begründet. Auch dieses Messkonzept abstrahiert von den Vermögenswerten. Immerhin berücksichtigt es aber sämtliche Nettoeinkommen, die allen Haushaltsmitgliedern zufließen. Allerdings werden dabei die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens, das in Mehrpersonenhaushalten möglich ist, über eine Bedarfsgewichtung der Haushaltsmitglieder berücksichtigt. Auch deshalb lässt sich nicht treffsicher von der Höhe einer gesetzlichen, betrieblichen oder privaten Rente auf Armutsgefährdungsrisiken im Haushalt schließen. Tatsächlich deuten die empirischen Befunde darauf hin, dass Vermögenswerte selbst bei der Absicherung von Haushalten mit geringerem Alterseinkommen relevant sein können. Für das Gros der Ruhestandshaushalte werden höhere Vermögensbestände festgestellt, die für eine Lebensstandardsicherung jenseits des Grundsicherungsniveaus eingesetzt werden können - sei es zur Tilgung einer Hypothek, die ein mietfreies Wohnen in der selbstgenutzten Immobilie ermöglicht, oder sei es zur Vorsorge gegen Ausgabenrisiken, die sich zum Beispiel im Pflegefall ergeben. Deshalb sollten Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Alterssicherungssysteme nur auf Basis empirischer Befunde abgeleitet werden, die den Wohlstand eines Haushalts umfassend abbilden, also sowohl die Einkommen- als auch die Vermögensausstattung eines Haushalts berücksichtigen.

Suggested Citation

  • Pimpertz, Jochen, 2026. "Alterssicherung - eine Frage von Einkommen und Vermögen: Stellungnahme zum Fragenkatalog der Alterssicherungskommission der Bundesregierung," IW-Reports 10/2026, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute.
  • Handle: RePEc:zbw:iwkrep:339585
    as

    Download full text from publisher

    File URL: https://www.econstor.eu/bitstream/10419/339585/1/1966690126.pdf
    Download Restriction: no
    ---><---

    More about this item

    Statistics

    Access and download statistics

    Corrections

    All material on this site has been provided by the respective publishers and authors. You can help correct errors and omissions. When requesting a correction, please mention this item's handle: RePEc:zbw:iwkrep:339585. See general information about how to correct material in RePEc.

    If you have authored this item and are not yet registered with RePEc, we encourage you to do it here. This allows to link your profile to this item. It also allows you to accept potential citations to this item that we are uncertain about.

    We have no bibliographic references for this item. You can help adding them by using this form .

    If you know of missing items citing this one, you can help us creating those links by adding the relevant references in the same way as above, for each refering item. If you are a registered author of this item, you may also want to check the "citations" tab in your RePEc Author Service profile, as there may be some citations waiting for confirmation.

    For technical questions regarding this item, or to correct its authors, title, abstract, bibliographic or download information, contact: ZBW - Leibniz Information Centre for Economics (email available below). General contact details of provider: https://edirc.repec.org/data/iwkolde.html .

    Please note that corrections may take a couple of weeks to filter through the various RePEc services.

    IDEAS is a RePEc service. RePEc uses bibliographic data supplied by the respective publishers.