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Die Bewegungslosigkeit der deutschen Wirtschaft im Jahr 2025 kommt bei der Lagebewertung der vom Institut der deutschen Wirtschaft befragten Verbände deutlich zum Ausdruck. Zum Jahreswechsel 2025/2026 geben 18 der 46 teilnehmenden Verbände an, dass die aktuelle Stimmungslage in ihrem Wirtschaftsbereich schlechter ist als vor einem Jahr. Vor allem in den Industriebereichen zeigt sich die Krise. Dabei muss in Teilen die ebenfalls schlechte Lage vom letzten Jahr mitgedacht werden. 14 Verbände diagnostizieren eine stabile Wirtschaftslage und ebenso 14 Verbände sprechen von einer Verbesserung binnen Jahresfrist. Der Saldo aus positiven und negativen Lageeinschätzungen ist damit weiter im Minus, aber bei weitem nicht mehr so ausgeprägt wie in den beiden Vorjahren. Nach vorne gerichtet schaut es besser aus. Gemäß der aktuellen IWVerbandsumfrage erwarten 19 Verbände eine höhere Produktion als im Jahr 2025. Mit 18 erwartet nahezu die gleiche Anzahl an Verbänden eine gleichbleibende Wirtschaftsleistung ihrer Branche. Dagegen gehen 9 Wirtschaftsverbände von einem Rückgang im Jahr 2026 aus. Die Anzahl der pessimistisch gestimmten Verbände ist seit dem Höchstwert 2023 durchgehend gesunken. Von einem dominierenden Optimismus ist das aktuelle Erwartungsbild jedoch noch ein gutes Stück entfernt und aus dem leicht positiven Saldo lässt sich keine starke wirtschaftliche Dynamik und hohe Aufschwungsqualität ableiten. Die Optimisten finden sich vor allem im Dienstleistungssektor. In der Industrie geht allein der Luft- und Raumfahrzeugbau von einem wesentlich besseren Geschäftsjahr 2026 aus. Eine etwas höhere Produktion erwarten Schiffbau/Meerestechnik, Maschinenbau und Elektroindustrie. Eine wesentlich niedrigere Produktion sehen die Papierfabriken sowie die Zeitschriftenverlage. Die Beschäftigungs- und Investitionserwartungen für das Jahr 2026 fallen deutlich schlechter aus als die Produktionsperspektiven. Dies untermauert die Einschätzung, dass eine konjunkturelle Wende in Deutschland mit einer echten Aufschwungsdynamik nicht in Aussicht steht. Während 14 Verbände ein Minus bei den Investitionen melden, gehen nur 11 Verbände von einem Plus im Vergleich mit dem Jahr 2025 aus. In 21 von 46 Verbänden wird zumindest mit stabilen Investitionen im Jahr 2026 gerechnet. Besorgniserregend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind die unterm Strich schlechten Beschäftigungsperspektiven. Nur in 9 Verbänden wird mit einer ansteigenden Beschäftigung gerechnet. Dagegen fallen die Beschäftigungspläne in 22 Verbänden im Vergleich mit dem Jahr 2025 negativ aus. Für 15 Branchen melden die entsprechenden Fachverbände eine stabile Belegschaft. Vor allem die Industrieverbände erwarten, dass in ihrem Bereich im Jahr 2026 Personal abgebaut wird. Nur die Pharmaindustrie, der Luft- und Raumfahrzeugbau sowie Schiffbau und Meerestechnik beabsichtigen 2026 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Suggested Citation
Grömling, Michael, 2025.
"Ein Ende der Misere? Ergebnisse der IW-Verbandsumfrage für 2026,"
IW-Reports
69/2025, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute.
Handle:
RePEc:zbw:iwkrep:334501
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JEL classification:
- E32 - Macroeconomics and Monetary Economics - - Prices, Business Fluctuations, and Cycles - - - Business Fluctuations; Cycles
- E22 - Macroeconomics and Monetary Economics - - Consumption, Saving, Production, Employment, and Investment - - - Investment; Capital; Intangible Capital; Capacity
- H77 - Public Economics - - State and Local Government; Intergovernmental Relations - - - Intergovernmental Relations; Federalism
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