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Abstract
Die Inflationsrate lag im Januar 2023 mit 8,7 % nur wenig hoeher als die vom Statistischen Bundesamt im Rahmen der Revision neu berechnete Inflationsrate fuer Dezember 2022 (8,1 %). Das ist insofern bemerkenswert, als Ende des Jahres rund die Haelfte der staatlichen Abschlagsuebernahmen fuer Erdgas und Fernwaerme die Teuerung daempfte. Der wesentliche Grund fuer den relativ geringen Anstieg gegenueber Dezember 2022 ist die infolge der Revision um mehr als die Haelfte verringerte Bedeutung von Erdgas im Verbraucherpreisindex. Dadurch sinken die Preisanstiege bei Haushaltsenergie zwar, bleiben aber mit 36,5 % gegenueber Januar 2022 hoch. Weiter zugelegt haben insbesondere die Nahrungsmittelpreise, die das Vorjahresniveau im Januar 2023 um 20,2 % ueberstiegen. Da der Anteil von Nahrungsmitteln und Haushaltsenergie an den Konsumausgaben stark einkommensabhaengig ist, bleibt die Spanne zwischen den haushaltsspezifischen Teuerungsraten mit 2,6 Prozentpunkten hoch, wenn auch geringer als auf ihrem Hoehepunkt im November 2022 (3 Prozentpunkte bzw. vor der Revision 3,5 Prozentpunkte). Die hoechste Inflationsrate hatten erneut einkommensschwache Haushalte (10 %), die niedrigste einkommensstarke Alleinlebende mit 7,4 %. Besonders ausgepraegt ist weiterhin der Unterschied bei der kombinierten Belastung durch die Preise von Nahrungsmitteln und Haushaltsenergie. Er betrug trotz der Revision 4,3 Prozentpunkte, wobei diese Gueterarten bei einkommensschwachen Alleinlebenden einen Inflationsbeitrag von 7,2 Prozentpunkten lieferten, verglichen mit 2,9 Prozentpunkten im Falle von einkommensstarken Alleinlebenden. Die turnusmaessige Revision des Verbraucherpreisindex hat die Inflationsrate deutlich veraendert. Insbesondere durch das stark verringerte Gewicht von Waermeenergie bei der Berechnung des Index lag die Inflationsrate im Jahr 2022 bei 6,9 % statt zuvor 7,9 %. Auf die haushaltsspezifischen Inflationsraten wirkt die Revision indirekt durch die Veraenderung der Niveaus der Teilindizes. An den Gewichten halten wir bisher fest, da das Jahr 2018 der zugrundeliegenden EVS hinreichend nah an der neuen Basis des Verbraucherpreisindexes, dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021, liegt.
Suggested Citation
Sebastian Dullien & Silke Tober, 2023.
"Nahrungsmittelpreise dominieren infolge der Revision die Inflationsunterschiede im Januar 2023,"
IMK Policy Brief
146-2023, IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute.
Handle:
RePEc:imk:pbrief:146-2023
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