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Kurzarbeit - Mehr als eine Beschäftigungsbrücke

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  • Pusch, Toralf
  • Seifert, Hartmut

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[Fazit] Kurzarbeit und andere Hilfsmaßnahmen stabilisieren in der Corona-Pandemie Teilbereiche des Arbeitsmarktes. Am augenfälligsten ist dies in der stark von Kurzarbeit betroffenen Gastronomie. Kurzarbeit mindert zudem die Einkommenseinbußen, die ansonsten im Fall von Arbeitslosigkeit durchschnittlich größer wären. Insofern trägt Kurzarbeit auch zur Stabilisierung der konjunkturellen Lage bei. Eine wesentliche Rolle dabei spielen aufstockende Leistungen, die jedoch Kurzarbeiter*innen in tariffreien Betrieben seltener als in tarifgebundenen erhalten. Umso wichtiger ist vor allem mit zunehmender Dauer der Kurzarbeit der erhöhte Bezug des gesetzlichen Kurzarbeitergeldes. Kurzarbeiter*innen haben zwar im Vergleich zu Arbeitslosen seltener mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Gleichwohl ist auch bei ihnen mit sich im Laufe der Zeit verschärfenden sozialen Problemen zu rechnen, da finanzielle Rücklagen vielfach bereits aufgebraucht sind und bei immer mehr Personen weiter schrumpfen werden. Einkommensstabilisierende Leistungen sowie der Erhalt des Arbeitsplatzes dürften wesentlich dazu beitragen, dass Kurzarbeiter*innen die Krisenpolitik der Bundesregierung positiver bewerten als Arbeitslose. Die Zustimmungswerte zeigen aber Erosionstendenzen. Dieser Prozess könnte sich fortsetzen oder gar beschleunigen, wenn es Kurzarbeit immer weniger gelingt, die Krisenphase zu überbrücken und stattdessen zu einer Art "Pont d'Avignon" wird. Bereits im November war die Furcht vor Jobverlusten unter Kurzarbeiter*innen gerade in den besonders bedrohten kleinbetrieblichen Teilbereichen des Handels und vor allem dem Gastgewerbe stark verbreitet. Kurzarbeit bedeutet mehr verfügbare Zeit. Ein Teil der Männer nutzt sie für vermehrten Einsatz in der Kinderbetreuung, während bei den Frauen in Kurzarbeit der Zeiteinsatz für die Kinderbetreuung ohnehin schon hoch ist. Kurzarbeit macht deutlich, dass Arbeitszeitverkürzungen die ungleiche Lastenverteilung bei der Kinderbetreuung verringern können. Das alleine reicht aber nicht aus, sie zu beseitigen. Das Hauptengagement verbleibt weiterhin bei den Frauen. Enttäuschend ist, dass die verringerte Arbeitszeit vergleichsweise wenig für Weiterbildung genutzt wird. Abzuwarten bleibt, ob die mit dem Beschäftigungssicherungsgesetz geschaffenen zusätzlichen öffentlichen Leistungen zu einer Intensivierung führen.

Suggested Citation

  • Pusch, Toralf & Seifert, Hartmut, 2021. "Kurzarbeit - Mehr als eine Beschäftigungsbrücke," WSI Policy Briefs 53, The Institute of Economic and Social Research (WSI), Hans Böckler Foundation.
  • Handle: RePEc:zbw:wsipbs:53
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