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Mentality matters - Thorstein Veblens Regime of Status und Max Webers Protestantische Ethik aus der Sicht des (radikalen) Konservativismus: Eine Anwendung auf die ökonomischen Probleme des deutschen Wiedervereinigungsprozesses

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  • Lehmann-Waffenschmidt, Marco
  • Böhmer, Robert

Abstract

Der vorliegende Beitrag zielt darauf, eine fundierte Vorgehensweise für die Untersuchung der Frage zu entwickeln, welche Auswirkungen die mentale Verfaßtheit ökonomischen Akteure auf ihr mikroökonomisches Entscheidungs- und Wahlhandlungsverhalten hat und welche Konsequenzen sich daraus auf der makroökonomischen Ebene ergeben. Auf der Suche nach den ideenhistorischen Wurzeln einer solchen mentalitätsbasierten Analyse ökonomischer Aktivitäten stößt man vor allem auf zwei Namen: Thorstein Veblen (1857-1929) und Max Weber (1864-1920). Während für Weber in 'Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus' (1904/05) die Bezogenheit des Menschen auf die Instanz der Transzendenz im Vordergrund steht, fokussiert Veblen in 'The Theory of the Leisure Class' (1899) seine Untersuchung auf den emulativen Statusvergleich in einer Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der theoretischen Ansätze von Veblen und Weber analysieren die Autoren in der vorliegenden Arbeit den gegenwärtigen Stand des inneren Vereinigungsprozesses der beiden früheren Teile Deutschlands. Die Untersuchung zeigt zum einen, daß sich die mentalen Hindernisse und Schwierigkeiten beim Integrationsprozeß in die Soziale Marktwirtschaft, die sich für den einzelnen Menschen und für die gesamte "ostdeutsche" Gesellschaft aus der DDR-Sozialisation ergeben, aufgrund des Wirkens des Veblenschen 'Regime of Status' (Statusemulation) keineswegs auflösen, sondern im Gegenteil noch verstärken. Zum anderen ist in den neuen Bundesländern das Phänomen zu beobachten, daß sich der Webersche 'Geist des Kapitalismus' (als ursprünglich produktiv wirkende religiös motivierte protestantisch-puritanische Leistungs-, Verantwortungs- und Sozialethik) im postsozialistischen und säkularisierten Kontext nahezu in sein Gegenteil verkehrt. Daraus folgt, daß sich anstatt einer schönfärbenden (N)Ostalgie in den neuen Bundesländern eine echte innere Distanz zum alten autoritär-repressiven System der DDR entwickeln muß, um eine erfolgreiche Integration und Bindung an die neuen gesellschaftlich-kulturellen und ökonomischen Verhältnisse der Bundesrepublik zu ermöglichen. Dies führt zu der Notwendigkeit, neue politische Konzepte zu entwerfen und sich von überholten "Lösungsstrategien" (z. B. vom Setzen kurzfristiger Anreize durch immer neue Förderprogramme) zu trennen. Die Autoren dieses Beitrages diskutieren einige Ansätze in diese Richtung wie zum Beispiel die Konzeption eines Bürgergeldes.

Suggested Citation

  • Lehmann-Waffenschmidt, Marco & Böhmer, Robert, 2003. "Mentality matters - Thorstein Veblens Regime of Status und Max Webers Protestantische Ethik aus der Sicht des (radikalen) Konservativismus: Eine Anwendung auf die ökonomischen Probleme des deutschen W," Dresden Discussion Paper Series in Economics 18/03, Technische Universität Dresden, Faculty of Business and Economics, Department of Economics.
  • Handle: RePEc:zbw:tuddps:1803
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