Author
Listed:
- Legge, Lutz
- Stoffers, Andreas
Abstract
Zukünftig könnten sich die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen entlang strategischer Interessen neugestalten. Deutsche Unternehmen bauen Rohstoffabhängigkeiten ab und investieren "in China für China", während chinesische Unternehmen stärker auf den deutschen Markt drängen. Neue Formen der Zusammenarbeit, z. B. Joint Ventures und projektbasierte Kooperationen, könnten die Unternehmenslandschaft in Deutschland nachhaltig beeinflussen und Chancen für beidseitigen Wissens- und Marktzugang eröffnen. Auf Basis von Interviews mit Expertinnen und Experten der deutsch-Chinesischen Handelsbeziehungen zeigt eine qualitative empirische Untersuchung, dass Deutschland von chinesischen Unternehmern als politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich stabil wahrgenommen wird, mit hoher Produktqualität, gut ausgebildeten Fachkräften und zentraler Marktposition in Europa. Gleichzeitig bestehen Wahrnehmungen von bürokratischen Hürden, langsamer Digitalisierung und Reformbedarf. China gilt weiterhin als innovativer, wettbewerbsstarker Markt, dessen schnelle Entwicklungszyklen und effiziente Produktionsprozesse die deutschen Unternehmen herausfordern. Wirtschaftskooperationen ermöglichen den Austausch komplementärer Stärken: Deutschlands Qualitäts - und Grundlagenfokus ergänzt Chinas Flexibilität, Geschwindigkeit und Effizienz. Erfolgsfaktoren für eine solche Zusammenarbeit sind strategische Ausrichtung, transparente Planung, Vertrauen und interkulturelles Verständnis. Das wirtschaftliche Potenzial ist hoch. Die Zukunft der Kooperationen hängt davon ab, ob beide Seiten die Chancen aktiv erkennen, verstehen und gestalten.
Suggested Citation
Legge, Lutz & Stoffers, Andreas, 2026.
"Der Blick chinesischer Unternehmen auf die deutsche Wirtschaft und Wirtschaftskooperationen: Eine qualitative empirische Untersuchung,"
Streiflicht VWL
19, FOM Hochschule für Oekonomie & Management, KCV KompetenzCentrum für angewandte Volkswirtschaftslehre.
Handle:
RePEc:zbw:fomstr:341133
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