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Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Anforderungen einer Industriestrategie

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  • Köppl-Turyna, Monika
  • Graf, Nikolaus

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Der aktuelle EcoAustria Competitiveness Index (ECI) zeigt auch im ersten Halbjahr 2025 keine echte Trendwende: Österreich verliert im europäischen Vergleich weiterhin an Wettbewerbsfähigkeit. Besonders bei Investitionen, Exporten und Produktivität bleibt die Entwicklung hinter der anderer EU-Staaten zurück. Um diese strukturellen Schwächen zu adressieren, legt EcoAustria in einer neuen Policy Note konkrete Vorschläge für eine zukunftsorientierte Industriestrategie vor. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern, Innovationen zu beschleunigen und die Standortattraktivität nachhaltig zu stärken. Im Zentrum der Empfehlungen steht die Forderung nach einer ressortübergreifenden Strategie, die Steuer-, Arbeitsmarkt-, Energie-, Innovations- und Bildungspolitik systematisch miteinander verzahnt. Einzelmaßnahmen oder sektorale Initiativen reichen laut EcoAustria nicht aus, um den Standort strukturell zu stärken. Stattdessen brauche es einen "Whole-of-Government"-Ansatz mit klaren Zuständigkeiten, verbindlichen Meilensteinen und einer übergeordneten Steuerung, um Synergien zu nutzen und Zielkonflikte zu vermeiden. Ein zentraler Hebel liegt in der Senkung der Standortkosten. Österreich weist mit einer Abgabenquote von 43,5 Prozent einen deutlich höheren Wert als der Eurozonen-Durchschnitt (40,6 Prozent) auf. EcoAustria empfiehlt daher eine gezielte Abgabenentlastung, die Dämpfung der Energie- und Netzkosten sowie eine Effizienzsteigerung im öffentlichen Sektor, um Unternehmen zu entlasten und Investitionen zu erleichtern. Dazu gehört auch die Konsolidierung des Förderwesens sowie eine klarere Aufgaben- und Finanzierungsverteilung zwischen staatlichen Ebenen, um Doppelstrukturen und unnötige Bürokratie zu vermeiden. Darüber hinaus betont EcoAustria die Bedeutung einer stärkeren Innovations- und Unternehmensdynamik. Investitionen in Schlüsseltechnologien wie GreenTech, Digitalisierung und Life Sciences, steuerliche Anreize für private Investitionen und Venture Capital sowie der Ausbau der digitalen Infrastruktur gelten als wesentliche Erfolgsfaktoren. Internationale Talente sollen durch gezielte Zuwanderungsprogramme besser integriert werden, während innovationsfreundliche Regulierungsmodelle - etwa Sandbox-Systeme - neue Geschäftsmodelle erleichtern können. Auch im Bereich der Verwaltung und Regulierung sieht EcoAustria erheblichen Reformbedarf. Vorschläge wie die Einführung von "One in, one out"-Regeln oder Sunset-Klauseln, die Digitalisierung von Verfahren, verbindliche Fristen und eine bessere Koordination zwischen Behörden sollen Genehmigungsprozesse beschleunigen und die Bürokratie spürbar verringern. Am Arbeitsmarkt braucht es laut EcoAustria neben einer geringeren Abgabenbelastung auch stärkere Anreize für Vollzeitarbeit, eine höhere Erwerbsbeteiligung Älterer, den Ausbau der Kinderbetreuung und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen in technischen und digitalen Berufen. Zudem soll die qualifizierte Zuwanderung erleichtert werden, um den Fachkräftebedarf langfristig zu decken.

Suggested Citation

  • Köppl-Turyna, Monika & Graf, Nikolaus, 2025. "Wettbewerbsfähigkeit Österreichs und Anforderungen einer Industriestrategie," Policy Notes 62, EcoAustria – Institute for Economic Research.
  • Handle: RePEc:zbw:ecoapn:331860
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