Author
Listed:
- Kropp, Per
(Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany)
- Theuer, Stefan
(Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany)
- Fritzsche, Birgit
(Institute for Employment Research (IAB), Nuremberg, Germany)
Abstract
"Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Technische Entwicklungen bei Software, Computer oder computergesteuerten Maschinen schaffen immer neue Anwendungsmöglichkeiten. Bislang waren insbesondere Routinetätigkeiten z. B. bei Helfertätigkeiten automatisierbar. Nun sind durch produktiv nutzbare KI-Technologie auch zunehmend Nicht-Routine-Tätigkeiten von Spezialisten und Experten betroffen. Im Vergleich zu Deutschland hat Sachsen-Anhalt mehr Berufe mit einem hohen Substituierbarkeitspotenzial. Das durchschnittliche Substituierbarkeitspotenzial über alle Berufe stieg bis 2016 rasant an, seitdem jedoch in geringerem Ausmaß. Sicherheitsberufe hatten 2022 mit rund 21 Prozentpunkten einen sehr hohen Anstieg, so wie zuletzt die IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe mit rund 20 Prozentpunkten. Für diese Veränderungen konnten drei Ursachen identifiziert werden: die Veränderung der Substituierbarkeitspotenziale einzelner Tätigkeiten in den Berufen, innerberufliche Veränderungen in der Bedeutung von (Kern-)Tätigkeiten und der berufliche Strukturwandel. Für Männer und Frauen sind die Substituierbarkeitspotenziale seit 2013 ähnlich gestiegen, bei Männern allerdings ausgehend von einem höheren Niveau. Künstliche Intelligenz als dominanter Aspekt der jüngsten Entwicklung macht aber eher Tätigkeiten ersetzbar, die mehrheitlich von Frauen erledigt werden. Zwischen den verschiedenen Alterskohorten gibt es insgesamt kaum Unterschiede. Lediglich in zwei Berufssegmenten haben jüngere Beschäftigte ein höheres Substitutionspotenzial – bei Verkehrs- und Logistikberufen sowie bei den IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen. Auch wenn sich einige Berufe durch Digitalisierung stark verändern führt das kaum zu Beschäftigungsverlusten. Für solche Berufe und für Regionen, in denen sie vermehrt vorkommen, können jedoch höhere Weiterbildungsbedarfe vermutet werden." (Autorenreferat, IAB-Doku)
Suggested Citation
Kropp, Per & Theuer, Stefan & Fritzsche, Birgit, 2026.
"Sachsen-Anhalt im Strukturwandel: Digitalisierung. Mit einer Neuschätzung der Substituierbarkeitspotenziale,"
IAB-Regional. Berichte und Analysen aus dem Regionalen Forschungsnetz. IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen
202603, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg [Institute for Employment Research, Nuremberg, Germany].
Handle:
RePEc:iab:iabrst:202603
DOI: 10.48720/IAB.RESAT.2603
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