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Einleitung

In: Bürgerbeteiligung in Kommunen

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  • Gernot Herzer

    (IKPE)

Abstract

ZusammenfassungAusgehend vom Modell der Politikkompetenz (Detjen u.a. 2012) besteht ein Zusammenhang zwischen der Bereitschaft, (zukünftig) politisch partizipieren zu wollen mit dem Wissen und den eigenen, bereits realisierten Partizipationserfahrungen. Diese Erkenntnis trifft allerdings nicht allein im Kontext der politischen Bildung zu, in dem sich der Autor dieser Feststellungen, Georg Weißeno, bewegt, sondern dies trifft auch im Handlungsfeld der formalen und nicht-formalen politischen Beteiligungsprozesse zu. Der Zusammenhang zwischen der Bereitschaft zu partizipieren und den selbst gemachten Erfahrungen mit dem Phänomen des bürgerschaftlichen Engagements gilt daher nicht nur für die politische Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Speziellen, sondern im weiteren Sinne auch für die Kommunen und Landkreise im Allgemeinen, welche politische Partizipation als Beteiligungsprozesse anbieten, ob aus eigenem Antrieb heraus, aus der Bevölkerung eingebracht oder gesteuert durch Gesetze und Verordnungen zur Beteiligung durch das Politiksystem. Auch in diesem Fall können sich die erworbenen Erfahrungen jeweils positiv oder negativ auf die zukünftige Bereitschaft zur Partizipation auswirken. Um aus dem Stand der Dinge bei der Bürgerbeteiligung in deutschen Kommunen und Landkreisen Schlussfolgerungen über deren zukünftige Arbeit ziehen zu können, muss zuvor aber noch entsprechendes Wissen über die Partizipationsfähigkeit, man kann hier auch den Begriff der Partizipationskompetenz verwenden, über die Kommunen und Landkreise gewonnen und bereitgestellt werden. Dazu müssen aktuelle Daten erhoben und diese nach den Regeln der Kunst analysiert und interpretiert werden. Das ist im Rahmen der Analyse der Daten dieser hier dargestellten Fragebogenstudie nun geschehen. Die Ergebnisse der Datenanalysen werden mit dem hier vorliegenden Forschungsbericht den Kommunen und kommunalen Verwaltungen zum Erkenntnisgewinn bereitgestellt. Der Autor Georg Weißeno verweist in seinem Aufsatz „Lernen durch politische Partizipation“ außerdem auf das Modell der Politikkompetenz (Detjen u.a. 2012). Dieses Modell umfasst vier Kompetenzdimensionen: Fachwissen, Politische Urteilsfähigkeit, Politische Handlungsfähigkeit, Einstellungen und Motivation. Die vorliegende Studie liefert das nötige Fachwissen, um erfolgreiche Bürgerbeteiligungen durchzuführen, beeinflusst damit aber zugleich auch die anderen drei Kompetenzdimensionen. Folgt man dem hier genannten Kompetenzmodell, wird darin außerdem eine reziproke Verbindung von Leistung (Wissen und Urteilsfähigkeit) mit Partizipationsfähigkeit und Handlungsfähigkeit hergestellt. Danach zählt das partizipative Handeln zu den Aktivitäten des Menschen, die im Normalfall vorausgeplant und willentlich unternommen werden. Planen und Handeln sind in diesem Sinne zugleich die Kernaufgaben von Kommunen und Landkreisen, wenn es allgemein um die Entwicklung und Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens sowie speziell von bürgerschaftlichen Beteiligungsprozessen geht. Mit Beteiligungsprozessen sollen die Akzeptanz und Transparenz von politischen und verwaltungstechnischen Entscheidungen erhöht werden. Genau dieses dafür notwendige Planen und Handeln der Kommunen und Landkreise im Kontext der Bürgerbeteiligung wird in den hier vorliegenden Ergebnissen einer Fragebogenstudie explizit in den Fokus genommen.

Suggested Citation

  • Gernot Herzer, 2026. "Einleitung," Springer Books, in: Bürgerbeteiligung in Kommunen, chapter 1, pages 1-4, Springer.
  • Handle: RePEc:spr:sprchp:978-3-658-51254-5_1
    DOI: 10.1007/978-3-658-51254-5_1
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