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Abstract
Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich auf dem Weg der Besserung. Der zuletzt positive Trend ist im Kern weder auf ein besonders kräftiges Wirtschaftswachstum, noch auf geänderte Erfassungsregeln bei der Arbeitslosigkeit oder gar auf den demografischen Wandel zurückzuführen. Entscheidend für die Besserung am Arbeitsmarkt ist der Anstieg der Erwerbstätigkeit, insbesondere der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die vorliegenden Indizien deuten darauf hin, dass der positive Beschäftigungstrend nicht monokausal zu erklären ist. Vielmehr gibt es mehrere Faktoren, deren Zusammenspiel dem Arbeitsmarkt zugute kam. Zu nennen sind hier die Arbeitsmarktreformen, die die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes, die Konzessionsbereitschaft der Bewerber und die Suchaktivitäten von Arbeitslosen erhöht haben. Dazu kommt eine beschäftigungsfreundliche Lohnpolitik, die insbesondere in Aufschwungzeiten die Arbeitsnachfrage beflügelt und im Abschwung den Kostendruck gebremst hat. Schließlich verhinderte ein bisher nicht gekanntes Niveau betrieblichen Arbeitskräftehortens im Kontext der Wirtschafts- und Finanzkrise einen neuerlichen Anstieg der Sockelarbeitslosigkeit. Offenbar geht in Deutschland die Besserungstendenz am Arbeitsmarkt einher mit einem Mix aus mehr externer Flexibilität (durch die Arbeitsmarktreformen) und mehr intern-numerischer Flexibilität (im Zuge des Krisenmanagements).
Suggested Citation
Walwei, Ulrich, 2011.
"Die veränderte Struktur des Arbeitsmarktes: zukunftsfähig oder doch nicht nachhaltig?,"
WSI-Mitteilungen, Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, vol. 64(11), pages 563-570.
Handle:
RePEc:nms:wsimit:10.5771/0342-300x-2011-11-563
DOI: 10.5771/0342-300X-2011-11-563
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