Karl Inderfurth () (Faculty of Economics and Management, Otto-von-Guericke University Magdeburg) Rainer Kleber () (Faculty of Economics and Management, Otto-von-Guericke University Magdeburg)
Abstract
Das Bestandsmanagement von Ersatzteilen stellt Hersteller langlebiger Industrie- und Konsumgüter insbesondere in der Nachserienphase vor große Herausforderungen, da nach Abschluss der Serienproduktion die zur einer effizienten Bedarfsbefriedigung notwendige Flexibilität nur noch in eingeschränktem Maße vorhanden ist. In diesem Beitrag werden Strategien, bestehend aus Kombinationen der am häufigsten genutzten Beschaffungsoptionen in Form von Abschlusslosbildung zu Serienbedingungen, Nachproduktion in kleineren Losen und Aufarbeitung von Altprodukten anhand eines mathematischen Planungsmodells bezüglich ihrer Flexibilitätseigenschaften untersucht. Unter praxisnahen Rahmenbedingungen zeigt sich, dass sowohl Nachproduktion als auch Aufarbeitung als Versorgungsoption - insbesondere aufgrund der ihnen innewohnenden Zeitflexibilität - eine hohe Kostenersparnis gegenüber einer reinen Abschlusslosbevorratung gewährleisten können, selbst wenn deren Stückkosten weit über denjenigen der Serienproduktion liegen. Weiter stellt sich heraus, dass die Nachproduktion das größte Flexibilitätspotenzial besitzt, soweit es nicht durch Vorgabe von Mindestproduktionsmengen zu stark eingeschränkt wird. Die aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Altproduktrückfluss aus Flexibilitätssicht eigentlich weniger attraktive Aufarbeitung kann der Nachproduktion im Endeffekt jedoch überlegen sein, sofern ihr Stückkostenvorteil hinreichend hoch ist. Schließlich ergibt sich, dass eine kombinierte Nutzung beider Versorgungsoptionen in der Nachserienphase in der Regel nur noch einen vergleichsweise geringen zusätzlichen Erfolgsbeitrag liefert.
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Paper provided by Otto-von-Guericke University Magdeburg, Faculty of Economics and Management in its series FEMM Working Papers with number
08026.
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