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Deutsche Konjunktur im Herbst 2012

Contents:

Author Info

  • Boysen-Hogrefe, Jens
  • Groll, Dominik
  • Jannsen, Nils
  • Kooths, Stefan
  • van Roye, Björn
  • Scheide, Joachim
  • Gern, Klaus-Jürgen
  • Kappler, Marcus
  • Sachs, Andreas

Abstract

[Deutschland: Konjunkturelle Expansion gerät ins Stocken] Die wirtschaftliche Entwicklung wird in der zweiten Jahreshälfte zwar noch leicht aufwärtsgerichtet bleiben, die Dynamik wird aber spürbar schwächer ausfallen als in den ersten sechs Monaten. Maßgeblich hierfür sind ein weniger dynamisches weltwirtschaftliches Umfeld sowie der Investitionsattentismus der Unternehmen im Inland, der weiterhin durch die Unsicherheit über die ungelösten Schuldenkrisen sowie die unklare zukünftige Wirtschaftspolitik im Euro-Währungsgebiet genährt wird. Unter der Voraussetzung, dass sich diese Unsicherheiten im Laufe des kommenden Jahres nach und nach verringern, dürften die Auftriebskräfte an Bedeutung gewinnen. Insbesondere werden dann die für Investoren in Deutschland derzeit extrem günstigen Finanzierungsbedingungen vermehrt ihre expansive Wirkung entfalten. Im Prognosezeitraum tragen die binnenwirtschaftlichen Kräfte die Expansion der Produktion, während vom Außenhandel leicht dämpfende Effekte ausgehen. In diesem wie im nächsten Jahr dürfte die deutsche Volkswirtschaft das bei Normalauslastung mögliche Produktionsvolumen in etwa ausschöpfen. Im Verlauf des nächsten Jahres ist mit einer leicht anziehenden gesamtwirtschaftlichen Kapazitätsauslastung zu rechnen. Die Erwerbstätigkeit bleibt zwar auf Expansionskurs, die Aufwärtsdynamik ist aber im gesamten Prognosezeitraum zu schwach, um die Arbeitslosigkeit auf ihrem derzeitigen Niveau zu halten. Im kommenden Jahr dürfte der Budgetausgleich des öffentlichen Gesamthaushalts nahezu gelingen, eine Fortsetzung oder gar Forcierung des Konsolidierungskurses ist derzeit jedoch nicht in Sicht. - [Mittelfristprojektion für Deutschland: Potential wächst mit leicht steigender Tendenz] Nicht nur die tatsächlich jährlich produzierte Menge an Waren und Dienstleistungen hat sich in Deutschland seit der Großen Rezession 2008/2009 rasch erholt. Das Wachstum der Produktionsmöglichkeiten hat nach einem leichten Einbruch im Jahr 2009 ebenfalls wieder zugenommen. Gegenwärtig veranschlagen wir das jährliche Wachstum des Produktionspotentials auf 1,2 Prozent. Über den Projektionszeitraum der Jahre 2012 bis 2017 dürfte sich diese Wachstumsrate trotz der dämpfenden Wirkungen, die von der abnehmenden und alternden Erwerbsbevölkerung ausgehen, durchschnittlich halten lassen und gegen Ende des Zeitraums sogar leicht zunehmen. Der ungebrochene Anstieg der Erwerbsbeteiligung und die Zunahme des Kapitalbestandes, dessen Erneuerung sich auch positiv auf die Organisation und die Produktivität des Arbeitseinsatzes auswirken wird, dürften die Folgen der demografischen Entwicklung überkompensieren. --

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Paper provided by Kiel Institute for the World Economy (IfW) in its series Kiel Discussion Papers with number 512/513.

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Date of creation: 2012
Date of revision:
Handle: RePEc:zbw:ifwkdp:512-513

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Cited by:
  1. Boysen-Hogrefe, Jens & Gern, Klaus-Jürgen & Jannsen, Nils & Plödt, Martin & van Roye, Björn & Scheide, Joachim & Groll, Dominik & Kooths, Stefan, 2012. "Weltkonjunktur und deutsche Konjunktur im Winter 2012," Kiel Discussion Papers 514/515, Kiel Institute for the World Economy (IfW).
  2. Boysen-Hogrefe, Jens & Gern, Klaus-Jürgen & Jannsen, Nils & Plödt, Martin & van Roye, Björn & Scheide, Joachim & Schwarzmüller, Tim & Groll, Dominik & Kooths, Stefan, 2013. "Weltkonjunktur und deutsche Konjunktur im Sommer 2013," Kiel Discussion Papers 524/525, Kiel Institute for the World Economy (IfW).
  3. Boysen-Hogrefe, Jens, 2013. "Wie der Staat 2010 bis 2012 konsolidiert hat," Kiel Policy Brief 62, Kiel Institute for the World Economy (IfW).
  4. Boysen-Hogrefe, Jens & Gern, Klaus-Jürgen & Plödt, Martin & van Roye, Björn & Scheide, Joachim & Schwarzmüller, Tim & Groll, Dominik & Kooths, Stefan, 2013. "Weltkonjunktur und deutsche Konjunktur im Winter 2013," Kiel Discussion Papers 530/531, Kiel Institute for the World Economy (IfW).

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