Der Beitrag untersucht die bisherigen Wirkungen von zwei ordnungspolitischen Veränderungen, mit denen der deutsche Bankensektor konfrontiert ist. Dabei handelt es sich zum einen um die Modifikation der Haftungsregeln für die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute und zum anderen um den Abbau von Hemmnissen für grenzüberschreitende Aktivitäten. Mit der Modifikation der Haftungsregeln für die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute waren im Sommer 2005 die rechtlichen Rahmenbedingungen für die drei Säulen des deutschen Bankensektors, d.h. öffentlichrechtliche Banken, private Kreditinstitute und Genossenschaftsbanken, einander angenähert worden. Es wurde erwartet, dass in der Folge Veränderungen im deutschen Bankensektor angestoßen werden könnten. Hierzu gehören ein potentieller Konsolidierungsschub bei Landesbanken in schwieriger Ertragslage sowie darüber hinaus säulenübergreifende Umgestaltungen bzw. Zusammenschlüsse von Banken, die letztlich Einfluss auf die Ertragslage und den Konzentrationsgrad im deutschen Bankensektor haben könnten. In Kapitel 2 wird gezeigt, dass es bislang wenige rechtlich-organisatorische Umgestaltungen gegeben hat; in Ergänzung zeigt Kapitel 3 die bestehende Situation des deutschen Bankensektors, darunter die im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ungünstigere Ertragslage. Anhand der in Kapitel 4 vorgestellten Indikatoren zum Konzentrationsgrad lässt sich zeigen, dass der Konkurrenzdruck für deutsche Banken im europäischen Kontext zwar vergleichsweise hoch ist. Dennoch operieren deutsche Banken unter einer ähnlichen Marktkonstellation (monopolistische Konkurrenz) wie deren europäische Konkurrenten. Die detaillierten Indikatoren geben darüber hinaus Hinweise darauf, dass innerhalb des deutschen Bankensektors das Regionalprinzip den Wettbewerbsdruck für die Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Vergleich zu den privaten Kreditbanken mildert. Es bestehen somit für den deutschen Bankensektor nur geringe Anstöße zur Veränderung "von innen". Gleichzeitig sind grenzüberschreitende Aktivitäten, darunter insbesondere Merger- & Acquisition-Aktivitäten (Kapitel 5), in Deutschland wenig ausgeprägt. Insgesamt ging damit der zögerliche interne Anpassungsprozeß mit einem geringen Anpassungsdruck "von außen" einher.
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