Die sozio-ökonomischen Einflussfaktoren der Olympischen Medaillengewinne von 1960 bis 2004 werden mithilfe einer Tobit-Analyse geschätzt. Frühere Arbeiten werden bestätigt, wonach das Bruttoinlandproduktes pro Kopf, die Bevölkerungsgröße, der Heimvorteil, das Vorliegen eines sozialistischen Systems sowie der Erfolg bei vorangegangenen Olympischen Spielen einen positiven Einfluss zeigen. Beim Test von weiteren Variablen ergab sich, dass auch die zukünftige Austragung Olympischer Spiele in einem Land und ein gemäßigtes Klima einen signifikanten Einfluss haben. Andere Variablen wie das age dependency ratio, die Verbreitung von Massenmedien, die Existenz eines extrem trockenen Klimas, eine föderale Staatsstruktur sowie eine Proxy für die nationale Innovationsfähigkeit erwiesen sich nicht als signifikant. Es wird gezeigt, dass derartige Schätzungen unter Parameterinstabilität leiden können. Erst seit den Olympischen Spielen 1996 ist eine Parameterstabilisierung festzustellen. Out-of-sample Prognosen zeigen, dass der Erfolg wichtiger Teilnehmerländer durch das Modell unterschätzt wird. Dies öffnet den Raum für eine grundsätzlich andere Interpretationsmöglichkeit sozio-ökonomischer Medaillenschätzungen: Sie liefern letztlich eine Berechnung, wie viele Medaillen eine Nation angesichts seiner Ressourcenausstattung bei weltdurchschnittlicher Effizienz seines Hochleistungssportsystems gewinnen sollte. Länder, die mehr (weniger) Medaillen gewinnen als prognostiziert, weisen ein überdurchschnittlich (unterdurchschnittlich) effizientes Hochleistungssportsystem auf.
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Publisher Info
Paper provided by Chair for Economic Policy, University of Hamburg in its series Working Papers with number
020.
Length: 33 pages Date of creation: 2008 Date of revision: Publication status: Published in Hamburg Contemporary Economic Discussions, Issue 20, 2008 Handle: RePEc:hce:wpaper:020