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Die Armut, die gesellschaftlichen Vorstellungen und die kulturelle Entwicklung

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  • Poché, Fred
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    Abstract

    Seit einigen Jahren erleben wir in Europa und insbesondere in Frankreich eine Verschiebung der Darstellungen der sozialen Frage. Phänomenologisch betrachtet lassen die Begriffe 'Ausbeutung' oder 'Unterdrückung', die einen Klassengegner identifizieren, Raum für Ausdrücke, die von einem kollektiven Erleben weiter entfernt sind: 'Mobbing', 'Stress' oder 'Unbehagen'. Aus der Sicht eines Klassenkonflikts wird die gesellschaftliche Realität weniger wahrgenommen, als auf der Grundlage eines verallgemeinerten Pathos ('Leiden am Arbeitsplatz', 'Ausgrenzung', usw.). In diesem Zusammenhang ist es gut, zuerst die Darstellungsformen, die für den traditionellen Begriff 'gesellschaftliche Klasse' verwendet werden, ans Licht zu heben. Die Frage nach der Verbindung von Kapital, Armut und Entwicklung, die ausgehend von aktuellen Vorstellungen aufgeworfen wird, führt uns sodann in einem zweiten Schritt zur Frage nach der Verdinglichung der Gewissen. Tatsächlich gleitet die 'Kulturindustrie', radikaler als je zuvor, über die Desorientierung und den Verlust eines gewissen kollektiven Bewusstseins hinweg, das kaum mit Vertrauen in eine Geschichte assoziiert wird, als dessen Subjekt man sich empfindet. Die Problematik der Entwicklung stellt sich daher nicht nur in Begriffen von In-Frage-Stellung der Gewinnorientierung oder des westlichen Wirtschaftsmodells dar. Sie drängt sich auch ausgehend von einer Kritik der 'Unterhaltungskultur' auf, die dazu tendiert, den Geist/das Denken - angefangen von den benachteiligten Gesellschaftsschichten - zu manipulieren (Reklame, Fernseh-Wirklichkeit, Lotterie). Es geht natürlich nicht darum, den 'verborgenen Text' der Beherrschten oder, um einen Ausdruck von James C. Scott zu verwenden, 'die Infra-Politik der Untergebenen', zu unterschätzen. Vielmehr soll im Rahmen dieses Beitrags angeregt werden, die Pathologien des Sozialen genauer zu überprüfen. Angesichts der Ideologien vom Wachstum des Konsums und der Überbewertung des Geldes, dessen 'pervertierende Macht gegen den Einzelnen und die gesellschaftlichen Beziehungen' Marx seinerzeit öffentlich denunzierte, scheint es drittens vielmehr notwendig, die Rolle und den Sinn einer Politik hervorzuheben, die darauf bedacht ist, eine 'Kultur der Distanzierung' zu fördern. In einer Situation, in der sich Ohnmacht und Fatalismus breit machen, erweist sich eine solche Sorge als unverzichtbar, um Möglichkeiten zu eröffnen und nicht die endlose Produktion von Waren, sondern den Menschen in seinen grundlegenden Dimensionen zu entwickeln. --

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    Paper provided by University of Hamburg, Centre for Economic and Sociological Studies (CESS/ZÖSS) in its series Discussion Papers with number 29.

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    Length:
    Date of creation: 2012
    Date of revision:
    Handle: RePEc:zbw:cessdp:29

    Contact details of provider:
    Web page: http://www.wiso.uni-hamburg.de/forschung/zoess/english-versioncess/
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