Der Gebäudeversicherungsmarkt in Frankreich ist durch erhebliche Staatseingriffe geprägt. Die französische Regierung will offensichtlich, dass ein gewisser Versicherungsschutz (insbesondere gegen Naturkatastrophen) im ganzen Land zu gleichen Preisen angeboten wird. Sie ist bisher jedoch nicht gewillt gewesen, dieses Ziel mit der nötigen Konsequenz zu vervolgen. Daraus haben sich u.a. folgende negative Auswirkungen für Versicherungsnehmer und Staatsfinanzen ergeben : 1) Über 30% der Prämieneinnahmen werden für Vertreterkommissionen und Verwaltungskosten aufgewendet. Bei den kantonalen Gebäudeversicherungen in der Schweiz sind es nur gerade 10%. 2) Es bestehen erhebliche Defizite in Bereich der Prävention, da den lokalen Behörden in diesem Bereich nicht die richtigen Anreize gesetz werden. 3) In der Naturkatastrophen-Versicherung ist die staatliche Rückversicherung (CCR) in grossem Stil Problemen der negativen Auslese ausgesetz. Es werden hauptsächlich die schlechten Risiken bei ihr rückversichert. In der Periode 1992-1995 hat dies dazu geführt, dass die Naturkatastrophen-Versicherung als ganzes einen Einnahmeüberschuss von 3 Mia. FF erzielte, die staatliche Rückversicherung aber ein Defizit von 1.1 Mia. FF einfuhr. 4) Die zur Zeit laufenden Versuche, dieses Problem zu lösen, sind wahrscheinlich ungenügend, werden aber in nächster Zeit zu einer wachsenden Entsolidarisierung zwischen den verschiedenen Risikogruppen führen. Die einfachste Möglichkeit für den Französischen Gesetzgeber das System zu retten wäre, im Bereich der Naturkatastrophen-Versicherung (und eventuell auch der Sturmversicherung) ein Staatsmonopol einzuführen. Die Situation wäre dann ähnlich wie in Spanien.
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Length: 26 pages Date of creation: Apr 1997 Date of revision: Publication status: Published in Thomas von Ungern-Sternberg, Gebäudeversicherung in Europa - Die Grenzen des Wettbewerbs, Haupt Verlag, 2002, pp. 97-120 Handle: RePEc:lau:crdeep:9703
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