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Entwicklung der öffentlichen Ausgaben für Sport im vereinten Deutschland

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  • Gerd Ahlert

    ()
    (GWS - Institute of Economic Structures Research)

  • Britta Stöver

    ()
    (GWS - Institute of Economic Structures Research)

Abstract

Die öffentliche Sportförderung genießt eine hohe gesellschaftliche Anerkennung. Es besteht Einigkeit darüber, dass der Sport in seinen variantenreichen Facetten, insbesondere aber der Breitensport, vielfältigen Nutzen stiftet. Er vermittelt spielerisch Tugenden wie Respekt und Fairness, Körperbewusstsein und Leistungsbereitschaft. Neben den positiven Effekten für die Volksgesundheit ist vor allem auch seine sozio-integrative Funktion hervorzuheben. Im Bewusstsein darüber, dass der Sport als Konsumaktivität von seinen Produkteigenschaften her ein meritorisches Gut mit positiven Gemeinwohleigenschaften ist, engagiert sich der Staat üblicherweise in der Sportförderung durch Bereitstellung einer Basisinfrastruktur an Sportanlagen und -geräten (objektbezogene Sportförderung) und Betreuern und Trainern (subjektbezogene Sportförderung). Darüber hinaus bezuschusst der Staat den weitestgehend ehrenamtlich organisierten Sport der Sportvereine und -verbände durch mittelbare und unmittelbare Transferleistungen (vgl. Langer 2006, S. 121). Unter anderen gewährt der Staat Steuervorteile für die gemeinnützigen Sportvereine, stellt seine Sportanlagen den Sportvereinen kostenlos oder stark vergünstigt zur Verfügung oder aber bezuschusst direkt die Vereins- und Verbandsarbeit. Dennoch darf nicht verkannt werden, dass sich die Sportvereine primär durch Zahlungen ihrer Mitglieder finanzieren (vgl. Breuer & Wicker 2008, S. 18). Mit dem im Jahre 2002 veröffentlichten Sportstättenbericht wurde eine sehr detaillierte Bestandsaufnahme und Zustandbeschreibung der öffentlichen Sportinfrastrukturanlagen vorgenommen (vgl. Sportministerkonferenz der Länder, Deutscher Sportbund & Deutscher Städtetag [SMK] 2002). Die Autoren der Studie kamen zu dem Ergebnis, dass von den untersuchten rund 35.400 Sporthallen, 33.100 Sportplätzen und 6.700 Hallenbädern in den nächsten fünf Jahren bundesweit knapp 40 % renoviert oder gar saniert werden müssen (SMK 2002, 29f). Auf der Grundlage der Sportstättenstatistik hat Jägemann im Jahr 2005 einen Sanierungsbedarf für alle Kernsportanlagen in Höhe von ca. 26 Mrd. Euro ermittelt. Das Deutsche Institut für Urbanistik kommt in einer jüngst veröffentlichten Analyse zu dem Ergebnis, dass sich der kommunale Investitionsbedarf im Sportbereich bis zum Jahr 2020 auf insgesamt 35,3 Mrd. Euro beläuft (vgl. Reidenbach et al. 2008, S. 272ff). Nach seinen Schätzungen entfällt mit ca. 23,8 Mrd. Euro das Gros auf Ersatzinvestitionen. Weitere 7 Mrd. Euro müssten nach der Bedarfsrechnung in rweiterungsmaßnahmen investiert werden. Darüber hinaus diagnostizieren die Autoren einen entsprechend den Richtwerten des Goldenen Plans ermittelten Nachholbedarf in Höhe von 4,4 Mrd. Euro. Es stellt sich nun die Frage, ob die derzeit vom Staat getätigten sportspezifischen Ausgaben den identifizierten sportspezifischen Investitionsbedarf befriedigen können. Vor diesem Hintergrund wird im Folgenden eine detaillierte Bestandsaufnahme und Analyse der durch die Öffentliche Hand getätigten Ausgaben für Sportzwecke vorgenommen. Dazu wurden die sportspezifischen Detailergebnisse der Rechnungsstatistik der öffentlichen Haushalte für den Gesamtzeitraum 1992 bis 2005 ausgewertet. Abschnitt 2 befasst sich zunächst mit der Entwicklung der sportbezogenen Nettoausgaben der Gebietskörperschaften für die drei sportspezifischen Ausgabenkategorien „Badeanstalten“, „Sportstätten“ und „Förderung des Sports“. Innerhalb des dritten Abschnitts werden anschließend die unmittelbaren Ausgaben des Bundes und der 16 Bundesländer für Sportzwecke betrachtet und abschließend den zugeordneten Einnahmen gegenüber gestellt. Im darauf folgenden Abschnitt 4 erfolgt eine vertiefte Analyse der Ausgabenstrukturen nach Ausgabenarten. Auch hier werden wieder Entwicklungen auch für die Ebene der Bundesländer separat dargestellt. Generell lässt sich beobachten, dass sich die sportspezifischen Ausgaben des Staates binnen der letzten Jahre unter Berücksichtigung von Preiseffekten eindeutig rückläufig entwickelt haben. Lediglich am aktuellen Rand im Jahr 2005 zeichnen sich leichte positive Veränderungen ab. Auch zeigt sich, dass die Entwicklung der Ausgaben des Staates für Sportzwecke in den vergangenen Jahren hinter seiner allgemeinen Ausgabenentwicklung zurückgeblieben ist, d.h. das der Sport im Wettbewerb um öffentliche Finanzmittel nicht „gewonnen“ hat. Darüber hinaus werden die derzeit eingesetzten öffentlichen Mittel für investive Sportinfrastrukturmaßnahmen bei weitem nicht ausreichen, um den innerhalb der Sportstättenstatistik identifizierten Sanierungsstau längerfristig abzubauen

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Paper provided by GWS - Institute of Economic Structures Research in its series GWS Discussion Paper Series with number 08-5.

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Length: 26 pages
Date of creation: 2008
Date of revision:
Handle: RePEc:gws:dpaper:08-5

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