"Die Längsschnittuntersuchung befaßt sich mit dem Problembereich der wiederholt auftretenden Arbeitslosigkeit bei den gleichen Personen, der Mehrfacharbeitslosigkeit. Sie stellt den Versuch dar, deren Ausmaß und Entwicklung über den Zeitraum von 1950 bis 1980 zu beschreiben sowie Anhaltspunkte über die Art der Abhängigkeit zwischen der Mehrfacharbeitslosigkeit und der jeweiligen Dauer einer Arbeitslosigkeitsphase zu gewinnen. Bei dem verwendeten prozeßproduzierten Datenmaterial der Deutschen Rentenversicherungsträger handelt es sich um eine repräsentative Stichprobe aus Versichertenkonten von Personen, die 1981 in Rente gegangen sind - eine sog. Rentenzugangsstichprobe. Die Auswertungen wurden getrennt nach Frauen und Männern sowie nach dem Geburtsjahr - und zwar für die Kohorten der 1916, 1918, 1919 und 1921 Geborenen - durchgeführt. Es zeigt sich in den 31 Jahren: - Eine relativ kleine Gruppe - je nach Kohorte zwischen 5 vH und 20 vH - war in diesem Zeitraum arbeitslos geworden. Bei diesen Personen kam es dann aber zu einem relativ hohen Ausmaß an wiederholter Arbeitslosigkeit. So war z. B. bei den 1918 geborenen Männern fast jeder dritte mehr als fünfmal arbeitslos. - In Zeiten eines konjunkturellen Aufschwungs der Wirtschaft wurden überwiegend Personen arbeitslos, die schon zuvor in ihrem Erwerbsleben Fälle von Arbeitslosigkeit aufwiesen, während der Anteil der Personen, die erstmals von Arbeitslosigkeit betroffen wurden, in Zeiten eines Abschwungs zunahm. - Die Überprüfung der Hypthese der Unabhängigkeit zwischen der Mehrfacharbeitslosigkeit und der Dauer einer Arbeitslosigkeitsphase durch einen Chi-Quadrat-Test führte zu deren Ablehnung. Ein enger linearer Zusammenhang der beiden Merkmale konnte aber nicht aufgezeigt werden. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß aufgrund der hier gewonnenen Ergebnisse der Mehrfacharbeitslosigkeit eine eigenständige Bedeutung bei der Analyse der Arbeitslosigkeit sowohl in der Theorie als auch in der Empire zukommen sollte." (Autorenreferat)
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