Der Beitrag referiert Anlage und wesentliche Befunde einer empirischen Erhebung vom Herbst 1988 bei arbeitslosen Vätern sowie deren Frauen und Kindern in zwei Arbeitsämtern Nordrhein-Westfalens. Insgesamt wurden in 206 Haushalten 410 Personen interviewt. "Im Zentrum der Analyse stehen die Formen der Betroffenheit und des Umgangs mit der verlorenen Arbeit bzw. der gewonnenen Freizeit. Durch eine Faktorenanalyse werden drei typische 'Verarbeitungsformen' identifiziert. Sie unterscheiden sich darin, daß auch positive Aspekte, soziale Isolierung oder gestörtes Selbstwertgefühl eine besondere Rolle spielen. Die einschneidenden Folgewirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Männer und ihre Angehörigen erweisen sich für die drei Gruppen als durchaus verschiedenartig. Das betrifft - unabhängig von der Dauer der Arbeitslosigkeit - den Grad der Belastung durch das Mehr an freier Zeit und das veränderte Muster der Aktivitäten, aber auch die Partnerbeziehungen und das Verhältnis zu den Kindern. Die Untersuchung liefert Belege für die These, daß in vielen Fällen die Familie nicht zur Stabilisierung und Reintegration des Arbeitslosen beizutragen vermag, sondern durch das Zusammenwirken von materiellen und psychosozialen Belastungen eher überfordert wird." (IAB2)
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