"Aus gleichzeitig durchgeführten Abgangsstichproben von offenen Stellen und Arbeitslosen werden auf den Karteikarten enthaltene Merkmale ausgewertet. Das Profil der offenen Stellen und der darauf vermittelten Arbeitslosen wird - soweit es aus diesen Merkmalen erkennbar ist - miteinander verglichen. Ziel der Untersuchung sind weitere Erkenntnisse über die Wirtschaftszweigmobilität der Arbeitslosen, berufliche Flexibilitätsvorgänge auf Arbeitsplatz- und Arbeitskraftseite und die Konzessionsbereitschaft der Arbeitgeber hinsichtlich ihrer Anforderungen an Ausbildung, Alter, Geschlecht und Gesundheit. Insgesamt zeigt die Untersuchung, daß der größte Teil der Vermittlungen erst dann zustande kommt, wenn sich Arbeitgeber und Arbeitslose den Wünschen und Forderungen der anderen Seite in irgendeiner Form anpassen. Die wichtigsten Einzelergebnisse: - Nur 22,2% der (in Arbeit abgegangenen) Arbeitslosen nahmen ihre Tätigkeit wieder in dem Wirtschaftszweig auf, in dem sie vor Beginn der Arbeitslosigkeit gearbeitet hatten. - In 36,4% bzw. 56,1% der untersuchten Vermittlungsfälle stimm te die zweistellige bzw. vierstellige Berufskennziffer der offenen Stelle nicht mit dem Berufswunsch des Arbeitslosen überein. - Bei 13,9% der offenen Stellen mit Mindestaltersangabe wurde diese unterschritten, 21,2% der Stellen mit Höchstalters angabe wurden durch Arbeitslose besetzt, die älter waren. - 12,7% der Stellen, für die eine abgeschlossene Berufsaus bildung gefordert wurde, konnten durch Bewerber ohne eine derartige Qualifikation besetzt werden. Auf Facharbeiter stellen wurden zu 13,9% Nichtfacharbeiter vermittelt. - Nur sehr selten dagegen wurden Stellen für Männer durch Frauen und umgekehrt Stellen für Frauen durch Männer be setzt. Für die Arbeitsmarktbeobachtung folgt daraus, daß die üblichen Strukturvergleiche von Arbeitslosen und offenen Stellen vor allem für berufsfachliche Teilarbeitsmärkte nur bedingt aussagekräftig sind und nicht zu voreiligen arbeitsmarktpolitischen Schlußfolgerungen verleiten sollten. Den Vermittler im Amt können diese Ergebnisse ermutigen, den vorhandenen Spielraum verstärkt zu nutzen und auch weiterhin Arbeitslose und offene Stellen zusammenzuführen, die nach einem ersten Blick auf die Karteikarten nicht ganz zueinander zu passen scheinen." (Autorenreferat)
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