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Internationale Arbeitsteilung. Tendenzen, Probleme

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Werner, Heinz
Abstract

"Eine intensivere internationale Arbeitsteilung zwischen Industrieund Entwicklungsländern bedeutet eine verstärkte Eingliederung auch der weniger entwickelten Länder in internationale Austauschbeziehungen, vor allem in den Welthandel. Die Verwirklichung beinhaltet eine Vielzahl von Problemen, wie etwa internationale Rohstoffabkommen, Entwicklungsstrategie in den Entwicklungsländern, Technologietransfer und Technologieeinsatz, Protektionismus, Finanzhilfe und Schuldentilgung. Viele dieser Probleme verlangen politische Entscheidungen, deren Art, Ausmaß und Wirkung nicht vorhersehbar sind. Der vorliegende Aufsatz beschränkte sich deshalb auf das Aufzeigen bisher erkennbarer Tendenzen. - Im Außenhandel der nicht-öl-exportierenden Entwicklungsländer dominieren noch die traditionellen anlage-(ressourcen-) bedingten Produkte wie Rohstoffe, Nahrungsmittel oder arbeitsintensivere Produkte wie Textilien oder Bekleidung. Daneben tauchen vor allem bei den sog. "Schwellenländern" zunehmend Güter auf, deren Herstellung industrielle Fertigungsverfahren, eine bestimmte Technologie und know-how voraussetzen. Diese Güter treten in Konkurrenz zu den in den Industrieländern produzierten vergleichren Produkten. - Berechnungen zu den möglichen beschäftigungswirksamen Konsequenzen eines zunehmenden Warenaustausches zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Entwicklungsländern ergaben, daß der Freisetzungseffekt bei einer gleichgroßen Export- und Importsteigerung im Handel mit den Entwicklungsländern nahezu gleich Null ist. Umstrukturierungsprobleme tauchen aber auf, da ein großer Teil der zur zusätzlichen Exportproduktion notwendigen Arbeitskräfte in anderen Wirtschaftszweigen liegt als diejenigen, in denen sie aufgrund der Importe freigesetzt werden. Diese Freisetzungen konzentrieren sich auf nur wenige Wirtschaftszweige, nämlich auf das Bekleidungsgewerbe, Textilgewerbe, Leder-sowie das Musikinstrumenten- und Spielwarengewerbe. - Da die meisten Untersuchungen über die Effekte eines verstärkten Handels mit den Entwicklungsländern eine ausgeglichene Handelsbilanz unterstellen, hängen die zukünftigen Beschäftigungswirkungen auch von der Außenhandelsposition ab. Bisher hatte die Bundesrepublik Deutschland eine relativ starke Außenhandelsposition. -Eine stärkere Industrialisierung in Form gestiegener Weltproduktionsanteile der Entwicklungsländer braucht nicht notwendigerweise eine Außenhandelskonkurrenz zu bedeuten, sondern es können sich dahinter auch binnenwirtschaftlich orientierte Industrialisierungsbemühungen verbergen. Für diese Vermutung spricht, daß der Anteil der Entwicklungsländer am Welthandel stagniert und daß als Motiv für Direktinvestitionen in Entwicklungsländern weniger die Arbeitskosten als vielmehr Argumente wie Markterschließung und Marktsicherung genannt wurden. Für die Bundesrepublik Deutschland gilt weiterhin, daß durch die Verlagerung von Produktionen ins Ausland durch den dortigen Aufbau von Fertigungsstätten und sodann durch die laufende Lieferung von Teilprodukten durch die Muttergesellschaft zusätzliches Ex portwachstum ausgelöst wird."

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Article provided by Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg [Institute for Employment Research, Nuremberg, Germany] in its journal Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt– und Berufsforschung.

Volume (Year): 12 (1979)
Issue (Month): 4 ()
Pages: 537-563
Download reference. The following formats are available: HTML (with abstract), plain text (with abstract), BibTeX, RIS (EndNote, RefMan, ProCite), ReDIF
Handle: RePEc:iab:iabmit:v:12:i:4:p:537-563

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Keywords: internationale Arbeitsteilung; Industriestruktur; Beschäftigtenstruktur; Entwicklungsländer;

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