Angesichts der ausbleibenden Stabilisierung des Bankensektors in Deutschland konzentriert sich die öffentliche Diskussion immer mehr auf die Möglichkeiten zur Auslagerung der Problemaktiva in Bad Banks. Dazu wird hier ein Modell vorgestellt. Kernpunkte sind eine Wertberichtigung der Problemaktiva auf den gegenwärtigen Marktwert. Dieser liegt für unverkäufliche Aktiva bei null. Die Wertberichtigung reduziert das Eigenkapital. Der Staat übernimmt die weitere Verwertung der Problemaktiva auf eigene Kosten und rekapitalisiert die Banken mittels Anteilserwerb. Im Extremfall bedeutet dies die Übernahme der Good Bank. Die Beteiligungsrisiken sind jedoch nach der Auslagerung der Problemaktiva für den Steuerzahler tragbar. Es bedarf einer klaren Reprivatisierungsperspektive. Defizite der Bad Bank gehen zu Lasten des Staates, Überschüsse werden an die Altaktionäre ausgeschüttet. Unter den Bedingungen des DIW-Modells sind Bad Banks und (Teil-)Verstaatlichung keine Alternativen, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille. Der Ansatz wird drei zentralen Herausforderungen gerecht. Er erlaubt eine transparente Befreiung von den Problemaktiva und eröffnet den Banken einen aussichtsreichen Neustart. Gleichzeitig bietet er die Chance, die Kosten für den Steuerzahler gering zu halten. Schließlich schränkt er die Anreize für zukünftiges, opportunistisches Verhalten seitens der Banken ein.
Download Info
To download:
If you experience problems downloading a file, check if you have the
proper application to
view it first. Information about this may be contained
in the File-Format links below. In case of further problems read
the IDEAS help
page. Note that these files are not on the IDEAS
site. Please be patient as the files may be large.
Publisher Info
Article provided by DIW Berlin, German Institute for Economic Research in its journal Wochenbericht.