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Schuldenkrise dämpft Wachstum

Contents:

Author Info

  • Bräuninger, Michael
  • Hinze, Jörg
  • Vöpel, Henning

Abstract

Die Weltwirtschaft hat in den letzten Jahren eine Chronologie von Krisen durchlitten. Ausgangspunkt war die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten. Nach einem jahrelangen Anstieg der Immobilienpreise sind diese zusammengebrochen. Die Entwicklung in den USA wurde durch parallele Entwicklungen in einigen europäischen Staaten begleitet. Das Platzen der Preisblase hat das Vermögen der privaten Haushalte zunichte gemacht und zu privaten Verschuldungskrisen geführt. Außerdem wurde eine globale Banken- und Finanzkrise ausgelöst. Zunächst war die Realwirtschaft wenig betroffen. Dies hat sich mit der Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008 dramatisch verändert. Die Insolvenz hat zu einer Verunsicherung geführt, die einen allgemeinen Stop in der Weltwirtschaft ausgelöst hat. Schlagartig wurden Aufträge storniert und Investitionspläne verschoben. Die Folge war eine tiefe Rezession. Die Weltproduktion sank im Jahr 2009 um 3,8 %. Es bestand die Befürchtung eines Jahrzehnts ohne Wachstum in der Weltwirtschaft. Weltweite Fiskal- und Geldpolitik war notwendig, um Banken zu retten und die Wirtschaftskrise zu überwinden. Die Folgen waren zum einen eine unerwartet schnelle Erholung der Weltwirtschaft und zum anderen eine massive Ausweitung der staatlichen Verschuldung in einigen Industrieländern. Im Jahr 2010 lag das Wachstum der globalen Wirtschaft bei 4 %. In den letzten Monaten hat sich das Wachstum wieder deutlich abgeschwächt. Die Wachstumsrate in diesem Jahr dürfte deshalb nur noch bei 3,5 % liegen. Dies gilt besonders für die Industrieländer und hier für den Euroraum, der sich in einer schwachen Rezession befindet. Dabei lähmt auf der einen Seite die Verunsicherung durch die ausufernden Staatsschulden und zum anderen die laufenden Konsolidierungsprogramme die Konjunktur. Neben den Staatsschulden ist die hohe Arbeitslosigkeit ein zentrales Problem in vielen Industriestaaten. Diese ist auf verschiedene Strukturprobleme an den Arbeitsmärkten und in vielen Staaten auch auf die noch immer daniederliegende Bauwirtschaft zurückzuführen. Auch die Lage im Finanzsektor ist wieder extrem angespannt. So leihen europäische Banken untereinander kein Geld mehr und deponieren dies lieber bei der EZB. In den Schwellenländern blieb das Wachstum auf einem hohen Niveau, auch wenn es sich etwas abgeschwächt hat. Mit dem schwächeren Wachstum und den zurückgegangen Rohstoffpreisen ist der Inflationsdruck in den Schwellenländern zurückgegangen. Dennoch werden sie weiterhin kräftig, wenn auch mit etwas geringeren Raten als bisher wachsen. Der Euroraum wird hingegen 2012 nur noch um 0,2 % und die Vereinigten Staaten um 1,7 % wachsen. In Japan wird es eine Verbesserung geben. Aufgrund der Katastrophen ging hier die Wirtschaft 2011 um 0,5 % zurück. Eine gewisse Normalisierung wird im nächsten Jahr zu einem Wachstum von etwa 2 % führen. Insgesamt wird die Weltwirtschaft im Jahr 2012 nur noch um gut 3 % expandieren. --

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Paper provided by Hamburg Institute of International Economics (HWWI) in its series HWWI Policy Papers with number 63.

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Date of creation: 2011
Date of revision:
Handle: RePEc:zbw:hwwipp:63

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