Die Diskussion um das digital divide oder die digitale Spaltung, wie sie für den deutschsprachigen Raum übersetzt wird, wird nun schon seit nahezu zehn Jahren intensiv geführt.1 Vor allem im Rahmen der politischen Diskussion hat sich das Bedrohungsszenario einer digitalen Spaltung innerhalb der Gesellschaften festgesetzt. Aber auch weite Teile der wissenschaftlichen Debatte haben dieses Szenario aufgegriffen und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und analysiert. Obgleich sich diese Diskussion im Laufe der letzten Jahre sehr ausdifferenziert hat, ist die Stoßrichtung der Debatte, so unsere These, von einer dualistischen Struktur geprägt, die sich kontraproduktiv auf die Perspektive der Nutzungsbedingungen der Informations- und Kommunikationstechnologien (im Folgenden auch IuK) auswirkt und bestimmte Sichtweisen ausblendet.2 Die Frage: Wer hat Angst vor der digitalen Spaltung?, die schon Mirko Marr (2004) gestellt hat, weist genau auf diese Engführung der Sichtweise, die in den folgenden Ausführungen diskutiert werden soll mit dem Ziel, den Umgang mit dieser Technologie als offenen Prozess umzudeuten, der keine Festlegungen der Nutzungsbedingungen des Internets vornimmt. Dieses Vorgehen vermeidet eine technikdeterministische Sichtweise und ermöglicht die Bewertung der Internetnutzung als eine funktionale Handlungsmöglichkeit unter mehreren Möglichkeiten. In den folgenden Ausführungen wird die Debatte um digital divide diskursanalytisch rekonstruiert, indem im ersten Schritt der originäre Diskussionszusammen-zweiten Schritt seine wissenschaftliche Differenzierung darzustellen (2). Im Anschluss daran wird der Versuch unternommen, diese Debatte nach techniksoziologischen Ansätzen zu bündeln (3). Schließlich werden in einem Ausblick kritische Stimmen dieses Ansatzes diskutiert, die das Bedrohungspotential des digital divide entkräften sowie von ihren deterministischen Komponenten der Technikentwicklung befreien wollen.
Download Info
To download:
If you experience problems downloading a file, check if you have the
proper application to
view it first. Information about this may be contained
in the File-Format links below. In case of further problems read
the IDEAS help
file. Note that these files are not on the IDEAS
site. Please be patient as the files may be large.
Publisher Info
Paper provided by University Library of Munich, Germany in its series MPRA Paper with number
6758.
Find related papers by JEL classification: O34 - Economic Development, Technological Change, and Growth - - Technological Change - - - Intellectual Property Rights O33 - Economic Development, Technological Change, and Growth - - Technological Change - - - Technological Change: Choices and Consequences; Diffusion Processes P46 - Economic Systems - - Other Economic Systems - - - Household Behavior L86 - Industrial Organization - - Industry Studies: Services - - - Information and Internet Services; Computer Software A14 - General Economics and Teaching - - General Economics - - - Sociology of Economics
References listed on IDEAS Please report citation or reference errors to , or , if you are the registered author of the cited work, log in to your RePEc Author Service profile, click on "citations" and make appropriate adjustments.:
Paul DiMaggio & Eszter Hargittai & W. Russell Neuman & John P. Robinson, 2001.
"Social Implications Of The Internet,"
Working Papers
159, Princeton University, Woodrow Wilson School of Public and International Affairs, Center for Arts and Cultural Policy Studies..
[Downloadable!]