In diesem Beitrag wird die Leistungsfähigkeit ökonomischer Modelle privater Transfers bei der Prognose des Erbschaftsverhaltens untersucht und es werden einige alternative Erklärungen in Ansätzen vorgestellt. Das theoretische Verständnis privater intergenerativer Transfers beruht zu großen Teilen auf dem altruistischen Transfermodell und dem Austauschmodell. Beide Modelltypen sind jedoch mit einer wichtigen empirischen Regelmäßigkeit nur schwerlich in Einklang zu bringen, nämlich der Beobachtung, dass Erblasser ihr Vermögen selbst dann zu gleichen Teilen an ihre Kinder vererben, wenn es keine gesetzlichen Vorschriften im Sinne eines Pflichtteilsrechts gibt. Es gibt zwar nur wenige empirische Studien über die Aufteilung von Nachlässen, doch in allen diesen Studien findet man exakt gleiche oder fast gleiche Aufteilungen in teils weit über 50 Prozent aller Fälle. In den genannten theoretischen Modellen wird unisono angenommen, dass bestimmte Merkmale von Kindern (Einkommen, Hilfsbereitschaft den Eltern gegenüber) bei der Nachlaßentscheidung der Eltern eine wichtige Rolle spielen. Offensichtlich können diese Modelle gleiche Aufteilungen nur für den Fall erklären, dass die Kinder in bezug auf die relevanten Merkmale gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Das Fehlen einer in sich geschlossenen Erklärung für gleiche Aufteilung stellt ein ernstes Defizit der theoretischen Literatur dar. Auch institutionenökonomische und evolutionstheoretische Ansätze vermögen nicht, dieses Defizit zu beheben.
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Paper provided by Mannheim Research Institute for the Economics of Aging (MEA), University of Mannheim in its series MEA discussion paper series with number
05070.
Length: Date of creation: 09 Feb 2005 Date of revision: Handle: RePEc:mea:meawpa:05070
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