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Kontraktion & Konvergenz: Probleme der nachhaltigkeitsökonomischen Generalisierung eines klimapolitischen Zukunftsmodells

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Karoly Henrich () (University of Frankfurt)
Abstract

Das Zukunftsmodell "Kontraktion und Konvergenz" (K & K) geht von der auf Indikatoren wie den Ökologischen Fußabdruck gestützten Auffassung aus, dass der menschliche Naturverbrauch bereits jetzt die ökologische Kapazität des Erdsystems um etwa 20 % übersteige und dringend zumindest auf das Volumen dieser globalen Ökokapazität beschränkt werden müsse. Dieser Kontraktionsprozess wird nur dann für weltweit politisch akzeptierbar und durchsetzbar gehalten, wenn er mit dem Gerechtigkeitsaspekt verbunden wird und die großen Unterschiede des Naturverbrauchs im Zuge eines die Kontraktion begleitenden Konvergenzprozesses aufgehoben werden. Die prägenden Merkmale der bisherigen historischen Entwicklung des menschlichen Umgangs mit der Natur sind allerdings Expansion und Divergenz: Zum einen hat die Menschheit den von ihr dominierten, gestörten und zerstörten Anteil der Natursphäre immer weiter ausgedehnt, zum anderen haben sich die inner- und zwischengesellschaftlichen Unterschiede im Naturverbrauch ständig vergrößert. Das Gegenmodell "Kontraktion & Konvergenz" (contraction & convergence) ist zunächst für die Klimapolitik und die künftigen Treibhausgasemissionen entwickelt worden. Eine Verallgemeinerung zu einem generellen umweltpolitischen Zukunftsmodell hat das Wuppertal Institut in seiner Studie Fair Future versucht, ohne sich jedoch um quantitative Präzisierungen zu bemühen. Zahlenmäßig genauer bestimmte Szenarien haben Lovink, Wackernagel & Goldfinger entworfen. Die Bandbreite reicht von einer Reduzierung des Naturverbrauchs auf 88 % der globalen ökologischen Kapazität (anknüpfend an den Brundtland-Report) bis zu einer Kontraktion auf 50 %, die der Biologe Wilson vorgeschlagen hat. Der Realisierung solcher Vorstellungen stehen zahlreiche Schwierigkeiten entgegen, sind sie doch nur um den Preis gravierender Verminderungen des Produktionsvolumens, des Kapitalstocks und/oder der Weltbevölkerung zu verwirklichen. Nicht zuletzt stehen sowohl die vorherrschenden sozioökonomischen Machtstrukturen als auch die evolutionsbiologisch begründete Tatsache, dass wir "unfit für Nachhaltigkeit" und für Rücksichtnahme gegenüber der Natur sind, der Realisierung von K & K-Modellen im Wege.

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Paper provided by University of Kassel, Institute of Economics in its series Discussion Papers in Economics with number 83/06.

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Length: 45 pages
Date of creation: May 2006
Date of revision:
Handle: RePEc:kas:wpaper:2006-83

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Keywords: Expansion Divergenz Kontraktion Konvergenz

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