Seit der ersten Aussaat 1996 in den USA nimmt die Anbaufläche transgener Pflanzen jährlich stetig zu und 2005 wurden weltweit auf 90 Mio. ha transgene Pflanzen angebaut. In der EU wurden in den letzten Jahren umfangreiche gesetzliche Regelungen erlassen, welche die Zulassung, die Kennzeichnung und das Monitoring gentechnisch veränderter Organismen (GVO) regeln. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, welche Konsequenzen der weltweite Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen, unter Beachtung der europäischen Gentechnikgesetzgebung, für die Lebens- und Futtermittelindustrie in Deutschland hat. Empirische Grundlage ist eine umfassende schriftliche Befragung, die 2005 durchgeführt wurde. Das Ergebnis dieser Studie zeigt, dass vor allem Rohstoffimporte aus Nord- und Südamerika das Risiko einer ungewollten GVO-Beimischung bergen, da in diesen Ländern transgene Sorten, insbesondere bei Sojabohnen, schon weit verbreitet sind. In der Umfrage gaben 64% der Futtermittelhersteller an, GVO zu verwenden, wobei dies überwiegend Importe transgener Sojabohnen sind. Im Gegensatz dazu vermeiden die Lebensmittelhersteller zu 100% kennzeichnungspflichtige GVO. Nicht kennzeichnungspflichtige "GVO-freie" Produkte herzustellen (dabei muss der GVO-Anteil unter dem Schwellenwert von 0,9% liegen) ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden, der sich überwiegend in höherem Personalaufwand, höheren Rohstoffkosten und zusätzlichen GVO-Analytikkosten äuÃert, die zusammen bis zu 2,3 % vom Umsatz betragen können. Bisher scheinen die MaÃnahmen der Lebens- und Futtermittelhersteller erfolgreich zu sein, da laut der amtlichen Lebensmittelüberwachung in Deutschland die GVO-Kennzeichnungsvorgaben für Lebens- und Futtermittel fast durchgängig eingehalten werden.
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