"Die Ausschaltung jahreszeitlich bedingter Einflüsse aus wirtschaftsstatistischen Reihen (Saisonbereinigung) gilt heute als allgemein anerkanntes Verfahren zur besseren Diagnose kurz- und mittelfristiger wirtschaftlicher Entwicklungen. Die im Laufe der Zeit zu diesem Zweck entwickelten statistischen Methoden sind zunehmend verfeinert worden. In theoretischen Erörterungen über Saisonbereinigungsverfahren stehen dabei derzeit die Schätzproblematik und die Bestimmung von Gütekriterien im Vordergrund. Weniger Beachtung erfährt dagegen die dem Verfahren zugrundeliegende, mehr realwissenschaftlich orientierte Modellspezifikation. Am Beispiel der Statistiken der Arbeitslosen und offenen Stellen wird im folgenden Aufsatz gezeigt, daß die zur Zeit nicht immer zufriedenstellenden Ergebnisse von Saisonbereinigungen aber hauptsächlich aus einer den veränderten Reihenstrukturen nicht mehr adäquaten Modellspezifikation herrühren. Die Bereinigungen lassen sich zwar durch die Wahl anderer bzw. die Modifikation bestehender Ansätze verbessern. Eine grundsätzliche Lösung der anstehenden Probleme kann aber nur über eine Änderung und Erweiterung der dem Saisonbereinigungsverfahren zugrundeliegenden Modelle herbeigeführt werden." (Autorenreferat)
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