"Welche informellen Zugangsfilter bestehen im System der Sekundarschulbildung mit formal gleichen Zugangschancen ? Welche Bevölkerungsgruppen werden von diesen Filtern erfaßt und warum ? Die theoretischen Erklärungen werden z.T. mit Daten aus einer eigenen empirischen Untersuchung belegt. Ergebnisse: Als sozial selegierende und diskriminierende Zugangsfilter wirken: a) das dreigliedrige Schulsystem mit der Notwendigkeit einer elterlichen Übergangsentscheidung; b) das Bild des deutschen Gymnasiums in der Öffentlichkeit; C) Die Art schulischer Leistungsmessung und die Übergangs empfehlung durch die Grundschule; d) die schichtspezifisch unterschiedlichen Reaktionen der Eltern auf Schulleistungen und Übergangsempfehlungen. Jedes zweite Kind aus Beamtenfamilien besuchte ein Gymnasium, dagegen nur jedes zehnte Arbeiterkind. - Die Schulbildung des Vaters spielt eine große Rolle für den Schulbesuch des Kindes. ... Volksschulbildung wird in ihrer Wirkung jedoch teilweise kompensiert durch die erreichte berufliche Stellung. Die Wahl der Hauptschule ist jedoch insbesondere auf den Arbeiterstatus zurückzuführen und nicht so sehr auf Schulbildung und Berufsausbildung. Objektive finanzielle Belastungen, die durch den Besuch weiterführender Schulen entstehen bzw. entstehen können, spielen offensichtlich keine bedeutsame Rolle bei der Schulwahl. Bei gleichen Einkommen ist der Anteil von Angestellten- und Beamtenkindern auf Sekundarschulen ca. doppelt so hoch wie der der Arbeiterkinder."
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