In der Zeit von Januar 1989 bis Juli 1990 kamen knapp 600 000 Personen aus der ehemaligen DDR als Übersiedler in die Bundesrepublik Deutschland. Um ihre berufliche Situation kennenzulernen, wurde eine Stichprobe von 606 Übersiedlern Ende 1990 schriftlich und teilweise mündlich befragt. Die Ergebnisse wurden mit einer Untersuchung zum selben Thema von 1984/85 verglichen. Es zeigte sich, daß die Übersiedler von 1989 sehr viel schneller einen Arbeitsplatz fanden, als jene, die fünf Jahre vorher in weitaus geringerer Anzahl in den Westen gekommen waren. 43% derjenigen, die als Erwerbspersonen kamen, waren innerhalb eines Monats in Arbeit. Nach einem halben Jahr im Westen hatten 82% eine Stelle gefunden. Bei den Übersiedlern von 1984 hatten nach der gleichen Aufenthaltsdauer erst 34% eine Beschäftigung. Der berufliche Status im Westen und die Art der Tätigkeit entsprachen häufig nicht der vorher ausgeübten Beschäftigung: So waren 22% der berufstätigen Übersiedler als Hilfsarbeiter eingesetzt, während in der damaligen DDR nur 7% von ihnen diesen beruflichen Status hatten und 44% hatten einen Berufswechsel vollzogen (1984: 39%). Trotzdem stuften 66% der Übersiedler die neue berufliche Situation als Verbesserung im Vergleich zur Situation vor der Übersiedlung, und nur 14% als Verschlechterung ein. Diese Ergebnisse einer insgesamt gesehen erfolgreichen beruflichen Eingliederung im Westen gilt allerdings für Männer in weitaus stärkerem Maße als für Frauen. Übersiedlerinnen hatten z.B. eine längere Sucharbeitslosigkeit, sie mußten häufiger als Männer eine Verschlechterung ihrer beruflichen Situation hinnehmen und vor allem waren die meisten Arbeitslosen Frauen. (IAB2)
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