Engelbrech, Gerhard (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg [Institute for Employment Research, Nuremberg, Germany]) Kraft, Hermine
Abstract
"Trotz eines voraussichtlich zunehmenden Angebots an qualifizierten Frauen bei gleichzeitigem Fachkräftemangel erwarten gegenwärtig in den alten Bundesländern weniger Betriebe eine Expansion ihrer weiblichen Belegschaft, als dies bei der Beschäftigungsentwicklung der letzten faktisch der Fall war. Diese zurückhaltende Einschätzung der Personalentwicklung trifft auch für Führungspositionen zu: Nicht einmal jeder fünfte Betrieb sieht Anhaltspunkte für eine Ausweitung bei weiblichen Führungskräften. Positive Entwicklungen der weiblichen Beschäftigten werden vor allem bei expandierenden Betrieben im Dienstleistungsbereich mit einem bereits gegenwärtig überdurchschnittlichen Frauenanteil erwartet. Dies sind Ergebnisse einer Anfang 1991 vom IAB durchgeführten Befragung bei ca. 19 000 Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten, von denen knapp 11 800 (gut 60%) geantwortet haben. Die gegenwärtig bestehenden unterschiedlichen Teilarbeitsmärkte für Männer und Frauen bleiben wegen der verschiedenen Ausbildungen überwiegend in "Männer- oder in Frauenbetrieben bzw. -berufen" und durch den anderen beruflichen Einsatz auch weiter bestehen. Einer breiteren beruflichen Integration von Frauen im weiteren Berufsverlauf stand eine in den letzten Jahren auf Teilarbeitsmärkten fortbestehende selektive Personalrekrutierung der Betriebe entgegen. Insgesamt hatte mehr als die Hälfte (58%) der Betriebe für die letzte mit einem Mann besetzte Stelle ausschließlich einen männlichen Mitarbeiter gesucht. Dies traf überdurchschnittlich häufig für das Verarbeitende Gewerbe und für Arbeiterberufe zu. Hier wurden als Gründe vor allem körperlich belastende Tätigkeiten und gesetzliche Bestimmungen genannt. Im Dienstleistungsbereich wurde am häufigsten mit einem Mangel an geeigneten Frauen argumentiert. Trotz der im Vergleich zu Männern sehr geringen Zahl von Frauen in Führungspositionen scheint eine Führungsebene den Frauen nicht generell verschlossen zu sein: Jeder zweite Betrieb beschäftigt gegenwärtig mindestens eine Frau in einer höheren Position." (Autorenreferat)
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