Engelbrech, Gerhard (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Nürnberg [Institute for Employment Research, Nuremberg, Germany])
Abstract
"Mit zunehmender Bildungsbeteiligung von Mädchen und Frauen, ihrem veränderten Erwerbsverhalten und dem Strukturwandel der Wirtschaft hat sich in den letzten 25 Jahren eine zahlenmäßig stärkere Integration der Frauen ins Erwerbsleben vollzogen. Ein breites Spektrum an empirischen Forschungsergebnissen belegt jedoch, daß die geschlechtsspezifische berufliche Segregation auf allen Qualifikationsstufen und in unterschiedlichen Lebensphasen anhält. Weitgehend geschlechtsspezifisch strukturierte Ausbildungsstellenmärkte führen dazu, daß junge Frauen in ihrem Berufswahlverhalten die tatsächlichen beruflichen Möglichkeiten und traditionellen Muster der Arbeitsteilung antizipieren. Die Folge davon waren auch in den 80er Jahren deutliche Einkommens- und Statusunterschiede bei jungen Männern und Frauen, die bereits unmittelbar nach der Ausbildung festzustellen sind. Das gilt sowohl zwischen typisch 'weiblichen' und 'männlichen' Ausbildungsberufen, als auch in überwiegend von Männern besetzten Berufen. Neben der horizontalen Segregation bildet sich somit bereits in den ersten Berufsjahren, wie das Beispiel der Verdienstunterschiede zeigt, die vertikale Segregation heraus. Das setzt sich im weiteren Berufsverlauf fort, und selbst bei kontinuierlich vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen kam es im weiteren Berufsleben zu einer Verstärkung der Einkommens- und Statusdiskrepanzen. Traditionelle Erklärungsansätze, wie Humankapitaltheorien, die Annahme unterschiedlicher Sozialisationsmuster und individuelle Anpassungsstrategien bis hin zu Theorien des 'weiblichen Arbeitsvermögens' begründen bestenfalls Teilaspekte der o.g. Phänomene. Das Fortbestehen geschlechtsspezifisch unterschiedlicher Ausbildungs- und Arbeitsmärkte deutet auf davon unabhängige institutionelle und strukturelle Barrieren für die Erwerbstätigkeit von Frauen hin." (Autorenreferat)
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