"Mit Blick auf ihr Potential zur Schaffung neuer Arbeitsplätze gelten neugegründete Kleinbetriebe vielfach als Hoffnungsträger der Beschäftigungspolitik. Grund zur Hoffnung kann es allerdings nur für diejenigen Betriebe geben, die tatsächlich über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen können. Auf der Basis einer empirischen Studie, in der Anfang 1990 rund 1.850 Unternehmensgründer der Jahre 1985/86 in München und Oberbayern interviewt wurden, untersucht der Beitrag Determinanten der Überlebenschancen neugegründeter Kleinbetriebe. Theoretische Perspektiven für die Auswahl möglicher Bestimmungsfaktoren der Überlebenschancen sind zum einen die Humankapitaltheorie und zum anderen der organisationsökologische Ansatz. Für die statistische Auswertung des Datenmaterials werden Methoden der Ereignisdatenanalyse verwendet. Wichtige Ergebnisse sind: Die Humankapitalressourcen des Unternehmensgründers (allgemeines Humankapital in Form von Bildung und Berufserfahrung sowie spezifisches Humankapital in Form von vorheriger Branchenerfahrung) und die Anfangsgröße eines Betriebes (Startkapital, Zahl der Beschäftigten zum Zeitpunkt der Gründung) sind die bedeutsamsten Einflußfaktoren der Überlebenschancen einer Neugründung. Für zahlreiche andere Faktoren (z.B. Geschlecht und Nationalität des Gründers, Einzel- versus Partnergründung, Standort) ergeben sich in der multivariaten Analyse keine signifikanten Effekte. Das Risiko einer Betriebsauflösung steigt im ersten Jahr an, erreicht nach neun bis zwölf Monaten ein Maximum und sinkt dann kontinuierlich ab." (Autorenreferat)
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