"Wie schlecht oder wie gut geht es den Arbeitslosen? In der öffentlichen Debatte der Arbeitslosigkeit spielt diese Frage - jedenfalls im Westen mit seiner prosperierenden Wirtschaft - eine wichtige Rolle. Weisen die einen auf die zunehmende 'neue Armut' im Gefolge von Arbeitslosigkeit hin, sehen andere das Problem eher darin, daß es den Arbeitslosen zu gut gehe und viele daher nicht wirklich an Arbeit interessiert seien ('Arbeitsunwilligkeit'). Die Fragen, die in diesen Schlagworten ihren Ausdruck finden, sind empirisch nicht ganz einfach zu beantworten. Der Aufsatz stellt Ergebnisse einer Untersuchung von 1989 dar, die sich auf repräsentative Befragungen von Arbeitslosen, von Arbeitsvermittlern und von Arbeitgebern bzw. Betrieben stützt. Die finanzielle Situation Arbeitsloser wird mit unterschiedlichen Indikatoren - auch im Haushaltszusammenhang - untersucht. Die Mehrzahl der Arbeitslosen kommt finanziell zurecht; etwa ein Drittel ist in einer finanziell schwierigen Lage bzw. Notlage. Hypothesen über den Zusammenhang von finanzieller Lage und Arbeitsuche finden empirisch wenig Bestätigung. Es gibt Arbeitslose, die nicht wirklich als Nachfrager nach Arbeitsplätzen auftreten. Man kann diesen Anteil als 'unechte' Arbeitslosigkeit bezeichnen. Als Hauptformen werden die 'Übergangsarbeitslosigkeit' und die 'sozialrechtlich motivierte Arbeitslosmeldung' beschrieben. Je nach Datengrundlage sind zwischen 10% und 15% des Arbeitslosenbestands in diesem Sinne 'unechte' Arbeitslosigkeit." (Autorenreferat)
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