"In dem vorliegenden Beitrag wird der Versuch unternommen, Prognosen zur Bildungsentwicklung und zum Angebot und Bedarf an unterschiedlich qualifizierten Arbeitskräften in der Bundesrepublik Deutschland mit der tatsächlichen Entwicklung, wie sie sich bis Ende des vergangenen Jahrzehnts abzeichnet, zu vergleichen. Trotz vielfältiger Abgrenzungsprobleme bei einem derartigen Vergleich ist zu erkennen, daß besonders Vorausschätzungen der Verhaltensweisen von Individuen wegen fehlender Informationen über die Verhaltensdeterminanten mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind. ... Prognosen von Studentenzahlen lagen vor allem wegen der nicht vorausgesehenen Verlängerung der Studiendauer bis Mitte der siebziger Jahre fast durchgängig unter der tatsächlichen Entwicklung. ... Rückblickend ist festzuhalten, daß in den älteren Arbeiten die starke Expansion des Hochschulbereichs bis Mitte der siebziger Jahre ebensowenig abgesehen wurde wie die folgende Stagnation in den neueren Prognosen. Die Grundstrukturen wurden zumindest in ihrer Richtung, nicht immer aber in ihrem Niveau auf mittlere Sicht einigermaßen zutreffend prognostiziert. ... Vorausschätzungen der Beschäftigungssituation von Hochschulabsolventen werden von der realen Entwicklung bis 1980 nur in wenigen Fällen bestätigt. Für viele Fachrichtungen sind regelrechte 'Prognosezyklen' zu beobachten, mit ganz gegensätzlichen längerfristigen Aussagen in Prognosen, deren Publikation nur wenige Jahre auseinanderliegt (Beispiele: Ingenieure, Juristen, Naturwissenschaftler)."
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