Ende 2005 vereinbarten die deutschen Energieunternehmen E.ON und Wintershall gemeinsam mit der russischen Gazprom eine neue Pipeline "Nord-Stream" zu bauen, mit der russisches Erdgas erstmalig direkt durch die Ostsee nach Deutschland geliefert werden kann. Diese Pipeline erhöht die Sicherheit der westeuropäischen Energieversorgung, weil sie Ausweichmöglichkeiten schafft, falls Konflikte mit den derzeitigen Gas-Transitländern zu Lieferstörungen führen. Damit verschiebt sie zugleich die Verhandlungsmacht zugunsten Russlands und der westeuropäischen Erdgasimporteure. Insbesondere Weißrussland und die Ukraine werden künftig niedrigere Transiterlöse akzeptieren müssen und kaum Sonderkonditionen für eigene Erdgasimporte mehr durchsetzen können. Die Entscheidung für den Bau der Pipeline kann als Folge institutioneller Schwächen in diesen beiden Transitländern erklärt werden.
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Article provided by DIW Berlin, German Institute for Economic Research in its journal Wochenbericht.
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