Die ostdeutschen Bundesländer könnten aufgrund ihrer geographischen Standortgunst zu den Gewinnern der EU-Osterweiterung zählen und von einer weiteren Intensivierung des Ost-West-Handels überproportional profitieren. Um die Folgen eines erweiterten europäischen Binnenmarkts für die deutschen Regionen empirisch abzuschätzen, wird in diesem Beitrag ein Gravitationsmodell zu den Handelsvolumina der deutschen Bundesländer mit Polen und Tschechien von 1991 bis 2002 geschätzt. Die Ergebnisse bestätigen die vom Gravitationsansatz postulierten Zusammenhänge, dass eine Zunahme im Pro-Kopf-Einkommen auch zu einer Zunahme der Handelsströme führt und sich mit steigender geographischer Distanz das Handelsvolumen reduziert. Dies zeigt, dass die ostdeutschen Länder stärker von einer Handelsintensivierung profitieren als die westdeutschen, wenn sich der Einkommens-Konvergenzprozess der beiden Nachbarländer Polen und Tschechien weiter fortsetzt. Allerdings scheinen die neuen Länder in der Vergangenheit nicht nur einen Vorsprung im Handel mit den ehemaligen RGW-Partnern verspielt zu haben, sondern tendenziell ihr Handelspotential, das ihnen aufgrund ihrer Größe, Wirtschaftskraft und räumlichen Nähe zukommen sollte, nicht vollständig auszuschöpfen.
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