Aufgrund des schwachen Wachstums werden die 90er Jahre für das lange Zeit wachstumsverwöhnte Japan als verlorenes Jahrzehnt angesehen. Die dauerhafte wirtschaftliche Schwäche, die nach dem Platzen der Blase an den Vermögensmärkten einsetzte, hält immer noch an. Um die Faktoren herauszufinden, die maßgeblich zu der ungünstigen Entwicklung beitrugen, werden in diesem Beitrag Ursachen der Veränderung im Nachfrageverhalten analysiert. Die bemerkenswerteste Änderung vollzog sich bei den privaten gewerblichen Investitionen. Ein wichtiger Grund für den kräftigen Anstieg der Investitionsquote im Zuge der Bubble-Bildung und ihres Rückgangs in den 90er Jahren war eine Änderung der Wachstumserwartungen. Dies wirft die Frage auf, ob die Makropolitik die Erwartungen in eine andere Richtung hätte lenken können. Um die Rolle der Geld- und Finanzpolitik in diesem Prozess zu bewerten, wird die Politik an Hand einiger Politikregeln gemessen. Diese Ergebnisse stimmen für die Geldpolitik mit Resultaten vektorautoregressiver Analysen überein, nach denen eine Erholung von dieser Seite zumindest nicht behindert wurde. Gleiches gilt für die Finanzpolitik. Zahlreiche strukturelle Probleme, einschließlich der Schwäche des Finanzsystems, aber wirkten hemmend. Daher sind umfassende Reformen in vielen Bereichen der japanischen Wirtschaft erforderlich.
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